Champions League: "Unglaubliche" Nacht für Valverde, Alptraum für ManCity

Real Madrid feiert nach dem 3:0-Hinspielsieg gegen Manchester City seinen Kapitän Federico Valverde. Die Engländer stehen vor dem Aus.
Real-Kapitän Federico Valverde

Real Madrid dürfte auch heuer wieder zum Alptraum von Manchester City in der Champions-League werden. Nach dem klaren 3:0-Heimerfolg am Mittwoch im Achtelfinal-Hinspiel im Estadio Santiago Bernabeu spricht alles für den Rekordchampion. Das vor allem dank Federico Valverde, der in Abwesenheit des verletzten Kylian Mbappe mit seinem ersten Hattrick in der „Königsklasse“ brillierte. „Das war unglaublich. Jeder würde von einer Nacht wie dieser träumen“, sagte Valverde. Vor allem wenn man bedenkt, dass das Tore schießen nicht zur Hauptaufgabe des Mittelfeldspielers zählt.

In den 38 Saison-Pflichtspielen zuvor hatte es der 27-Jährige auf genau so viele Tore gebracht wie nun auf einmal. Seine CL-Karriere-Torbilanz verdoppelte er im 76. Spiel auf sechs Treffer. „Was das Tore schießen angeht, war es sicher das beste Spiel meiner Karriere. Ich hatte echt Spaß - es ist schon lange her, dass ich so viel Freude an einem Spiel hatte“, meinte der Matchwinner. 

Viel Lob für Valverde

Valverde umdribbelte Goalie Gianluigi Donnarumma (20.), traf mit links ins Eck (27.) und legte den Ball in der Luft gekonnt an Marc Guehi vorbei, um mit dem zweiten Kontakt sehenswert abzuschließen (42.). „Das ist es, was der Trainer von mir verlangt hat. Dass ich nach vorne gehe, angreife und in gefährlichen Situationen ankomme“, erläuterte Valverde. Man habe mehr Spieler in dem Raum gehabt, wo man versuche, den Ball zu halten. „Das gab mir die Freiheit, mehr anzugreifen, und die Jungs haben mir einige brillante Pässe zugespielt“, ergänzte der Real-Akteur. Sein Coach, der auch ÖFB-Star David Alaba weiter wegen Wadenproblemen vorgeben musste, war begeistert. „Er ist der Juanito des 21. Jahrhunderts, hat alles, was man braucht, um ein großartiger Spieler von Real Madrid zu sein“, sagte Alvaro Arbeloa.

Sein Team, das in der spanischen Liga Zweiter hinter Barcelona ist, steht kurz davor, die „Citizens“ zum vierten Mal in den jüngsten fünf Jahren in der K.o.-Phase zu bezwingen. „Madrid hat einen Abend wie diesen verdient. Ich habe den Jungs aber gesagt, dass nächste Woche noch viel zu tun ist. Die Spiele in Manchester sind immer hart“, verlautete Arbeloa. 

ManCity hofft noch

Die Engländer haben den Einzug ins Viertelfinale noch nicht abgeschrieben. „Jetzt ist in unserer Denkweise alles schwieriger, aber wir werden alles versuchen, um das Duell noch zu drehen“, versprach ManCity-Trainer Josep Guardiola. Da Donnarumma einen sehr schwach geschossenen Elfmeter von Vinicius Junior parierte, ist der Rückstand immerhin nicht noch höher. „Ich habe mich aber nicht machtlos gefühlt“, betonte der Spanier. Wichtig sei es, im Rückspiel im letzten Drittel aktiver zu sein und bessere Lösungen zu finden.

Mit einem Drei-Tore-Rückstand sieht sich mit Chelsea ein weiteres englisches Team konfrontiert, nach einem 2:5 bei Titelverteidiger Paris St. Germain. „Wenn man sich das Ergebnis ansieht, tut das weh, denn 75 Minuten lang waren wir im Spiel“, resümierte Chelsea-Trainer Liam Rosenior. Der vermeintliche 3:3-Ausgleich in der 79. Minute wurde wegen einer Abseitsstellung aberkannt, nachdem kurz zuvor ein schwerwiegender Fehler von Goalie Filip Jörgensen zum dritten Treffer der Franzosen geführt hatte. Danach traf noch Khvicha Kvaratskhelia doppelt. „Obwohl wir nach unserer Führung zwei Gegentore kassiert haben, haben wir weiter auf den Sieg gespielt. Wir sind eine widerstandsfähige Mannschaft. Widerstandsfähigkeit ist ein Wort, das uns und unsere Fans auszeichnet. Wir haben allen gezeigt, wozu wir imstande sind“, sagte PSG-Coach Luis Enrique. Freuen durfte er sich über eine geglückte Revanche für das verlorene Klub-WM-Finale.

Engländer ohne Sieg

Da auch Arsenal beim 1:1 bei Bayer Leverkusen nicht gewinnen konnte, gab es für die sechs Premier-League-Vertreter in den Hinspielen keinen einzigen Sieg. Für die „Gunners“ hätte es auch schlimmer kommen können, war der Elfmeter vom Ex-Leverkusener Kai Havertz (89.) zum Ausgleich doch höchst umstritten. „Für mich glasklar keiner“, befand Leverkusens Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes. „Früher gab es einmal internationale Härte. Heute sind wir davon weit entfernt.“ Noni Madueke ging nach einem leichten Kontakt von Malik Tillmann im Strafraum zu Boden. Zu Boden ging auch Sporting Lissabon im Duell mit Bodö/Glimt. Das norwegische Sensationsteam dürfte dank eines Heim-3:0 den nächsten Coup landen. 

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