Kein Sturm-Geist, keine Ideen: Meister muss "gewaltigen Schritt machen"
Sturm ist auswärts ein Lüftlein
Fabio Ingolitsch hat bei Sturm zu Jahresbeginn die Nachfolge von Jürgen Säumel angetreten, um den Meister wieder in die Spur zu bringen. Nach der dritten Niederlage steht man in Graz vor einem Rätsel. Das 0:3 bei Feyenoord war nicht unerwartet, die 0:1-Pleiten in Altach und bei der WSG Tirol waren sportliche Abstürze (wann fällt das erste Auswärtstor unter Ingolitsch?). Bei beiden Partien war nichts mehr vom Sturm-Gen der vergangenen Monate und Jahre übrig.
"Es ist kein Geheimnis, dass wir immer noch Probleme haben. Die können wir nicht einfach wegzaubern", betont Ingolitsch.
Das Übel habe vor seiner Zeit den Anfang genommen. "Wenn es nicht irgendwelche Probleme gegeben hätte, hätte man nicht den Trainer tauschen müssen, wäre ich nicht da. Die Herausforderung ist groß, aber der stelle ich mich gerne", sagte der Ex-Altach-Trainer.
Allerdings sei gesagt, dass sich Sturm im Herbst nach schlechten Spielen immer wieder fing. Sonst hätte man im Jänner keine Chance mehr auf die K.o.-Phase in der Europa League gehabt (wenn auch sehr geringe), zudem ist man im Cup noch dabei gewesen. Gegen BW Linz muss nächsten Sonntag ein Sieg her.
Deshalb das Credo: "Wir müssen zusammenstehen, weiterarbeiten, den Finger in die Wunde legen, um gemeinsam in eine bessere Richtung zu steuern", gab Ingolitsch die Marschroute vor. Heimkehrer Jusuf Gazibegovic, der wie Otar Kiteishvili mit einer Muskelverletzung ausgetauscht werden musste, gab sich selbstkritisch: "Wir müssen einen gewaltigen Schritt nach vorne machen. Was wir gemacht haben, war ein Rückschritt, wir müssen einfach besser auftreten." Spielen müsse man etwa mit mehr Herz.
Viel zu statisch
Deshalb erlebte auch Abwehrspieler Albert Vallci ein enttäuschendes Ligadebüt im Sturm-Dress. "Wir waren mit dem Ball viel zu statisch, haben ihn kaum laufen lassen und die Räume, die da gewesen wären, nicht gefunden oder bespielt. Von dem her haben wir einige Themen, wo wir uns verbessern müssen."
Vor allem den Angriff. Neuzugang Rory Wilson ist noch nicht bereit für ein Debüt. "Er muss sich erst an den Erwachsenen-Fußball gewöhnen", heißt es in Graz. Deshalb sammelt er Spielpraxis in der 2. Mannschaft. Zumindest der eingewechselte Belmin Beganovic, den die Sturm-Fans stets in der Startelf sehen wollen, zeigte Lichtblicke in Tirol.
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