Bundesliga-Prognose: Warum Salzburg heuer Meister wird
Die Salzburger werden jubeln
„Wir müssen in all den Dingen die Besten sein, die nichts kosten.“ Diese Devise hat das schwedische Fischerdorf Mjällby 2025 zum Meister gemacht, mit 1.319 Einwohnern und kleinem Budget. Gibt es ein Pendant in Österreich? Hartberg oder Ried? Noch nicht! Obwohl die großen Klubs zuletzt mit Unklarheiten in der Spielweise und Trainerwechseln zu kämpfen hatten, wird einer von ihnen Meister. Aber wer?
Sturm: Riskanter Neustart
Sturm hat mit Fabio Ingolitsch einen unerfahrenen Trainer geholt, er wird seine Fähigkeiten als Coach eines Spitzenteams noch beweisen müssen.
Eine zentrale Schwäche war schon unter Jürgen Säumel die Heimform aufgrund fehlender Lösungen mit Ball im letzten Drittel, in dieser Statistik steht Sturm am Tabellenende.
Ist Ingolitsch die richtige Antwort? Fraglich, denn 70 Prozent seiner bisherigen Spielweise konzentrierten sich auf Pressing und schnelles Umschalten. Gegen Feyenoord war man offensiv schwach: lange Bälle im Spielaufbau und kaum Torchancen. Ähnliche Probleme gabs gegen Brann Bergen (trotz Sieg) und beim Cup-Aus gegen Altach. Ein weiterer Schwachpunkt ist die Ausbeute bei Standards. Unter Christian Ilzer erzielte das Team in der Saison 2023/’24 noch 20 Tore aus Standards – äquivalent zu einem verpflichteten Topstürmer. In dieser Saison sind es in 17 Spielen nur vier Tore. Angesichts dieser Schwierigkeiten wird Sturm heuer nicht Meister.
Beeindruckender LASK
Didi Kühbauer hat einen Punkteschnitt von 2,75 pro Spiel und fünf Partien ohne Gegentor. Er nutzt wie kein anderer seine Intuition, die aus Beobachtungen, Wissen und Erfahrung resultiert. Kühbauer weiß, was mit seiner Mannschaft spielerisch möglich ist, anstatt starr an einer Ideologie festzuhalten.
Doch gibt es Herausforderungen: Kühbauer setzt oft auf die selbe Elf, was Unzufriedenheit im Kader erzeugen könnte. Zudem hat der LASK mehr Punkte gesammelt, als statistisch zu erwarten waren. Diese Form ist oft nicht von Dauer. Im Cup Gegen Blau-Weiß Linz zeigte man trotz des Sieges Probleme im Spiel mit dem Ball im letzten Drittel.
Ein weiterer Wermutstropfen: Der LASK hat bisher nur ein Tor aus Standardsituationen erzielt, was im Titelkampf ein Nachteil sein könnte. Trotz der Stimmigkeit zwischen Trainer und Team wird der LASK seinen Punkteschnitt nicht ganz halten können und den Titel knapp verpassen.
Dominik Thalhammer, ehemaliger Frauen-Teamchef und Leiter der ÖFB-Trainerausbildung, analysiert für den KURIER aktuelle Fußballthemen.
Rückkehr zur Dominanz
Durch die Klub-WM und die internationalen Spiele im Herbst hatte Salzburgs Trainer Thomas Letsch erst im Jänner Zeit, um sein Team weiterzuentwickeln. Gegen Basel und Aston Villa war man offensiv verbessert. Mit seiner ruhigen und sachlichen Art eignet sich Letsch gut für die Arbeit mit jungen Spielern. Trotz gegenteiliger Wahrnehmung belegt Salzburg nicht nur in der Tabelle, sondern auch in fast allen Statistiken den ersten Platz.
Letsch überzeugt auch durch einen hohen „Change Index“, was bedeutet, dass sich die Resultate nach Wechseln deutlich verbessern. Das spricht für sein Gespür bei Auswechslungen und eine starke Ersatzbank – und wird am Ende zum Meistertitel führen.
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