Mit dem Kopf durch den Fuß: Die Austria war lange Zeit drückend, führte und holte am Ende doch nur ein 1:1 gegen den WAC.  

© Agentur Diener/Agentur Diener/Christian Hofer

Sport Fußball
12/15/2019

1:1 gegen WAC - Austria muss Meistergruppe wohl abhaken

Die Wiener können ihren Vorsprung nicht halten. Die Meistergruppe rückt in weite Ferne. Mattersburg gewinnt in Tirol.

von Alexander Strecha, Christoph Geiler

Zu Weihnachten 2019 gibt es für die Austrianer keine schöne Bescherung. Denn die Wiener werden sich nach dem 1:1 daheim gegen den WAC wohl damit abfinden müssen, im Frühjahr nicht an der Meistergruppe der besten sechs Teams teilzunehmen. Der Abstand auf Platz sechs beträgt bei noch vier ausständigen Spielen vorerst sieben Punkte, zuviel für eine erfolgreiche Aufholjagd. Da tröstet nur wenig der Umstand, dass man seit fünf Spielen ungeschlagen ist.

Trainer Christian Ilzer: „Wir wollten unbedingt gewinnen und mit einem guten Gefühl in die Pause gehen. In den vier Spielen brauchen wir ein Wunder. An das glauben wir aber.“

Des einen Leid ist des anderen Freud’. Austria-Youngster Benedikt Pichler fehlte nach drei Liga-Auftritten diesmal, weil ein Nagel nach einer etwas länger zurück liegenden Mittelfußoperation verrutscht war und ein weiterer Eingriff vonnöten ist. An seiner Stelle durfte sich Patrick Wimmer von Beginn an dem Wolfsberger AC entgegen stellen und kam nach einem schönen Solo nach 22 Minuten in den Genuss eines Szenen-Applauses.

Die Violetten starteten mit erfrischenden Kombinationen gegen Kärntner. Kapitän Alexander Grünwald, der unter der Woche im St. Anna Kinderspital kleinen Patienten Spielkonsolen geschenkt hatte, erfreute am Sonntag die 6.753 Fans mit dem 1:0. Nach Vorarbeit des abermals starken Sarkaria spitzelte er den Ball über Goalie Kofler ins Gehäuse (10.). Den WAC drängte es in Folge spielerisch in die Offensive, allerdings verbuchten sie viele Ballverluste, die daraus entstehenden Austria-Konter konnten sie oft nur mit Fouls stoppen, wie vier Gelbe Karten bewiesen.

Druckvoll

Während die Austria durch einen Schuss von Sarkaria dem WAC-Tor gefährlich nahe kam, vergab Niangbo aus kurzer Distanz (34.). Auch nach der Pause startete die Austria besser und gefährlicher, Schüsse von Fitz und Wimmer wurden in letzter Sekunde und höchster Not geblockt, ein Kopfball-Tor gab Schiri Altmann nicht, weil er davor ein Foul geortet hatte. Just als die Stimmung in der Generali Arena am Besten war, gelang dem WAC der Ausgleich durch den bis dahin unscheinbaren Weissman, der ein Getümmel per Kopf zum 1:1 ausnützte (77.).

Mit seinem 17. Saisontreffer kippte er im Finish die Partie, die Austria wirkte wie schon zuletzt im Derby gegen Ende müde und fiel zurück, der WAC, noch am Donnerstag im Europacup-Einsatz in Rom, hatte dennoch die frischeren Beine und drängte gar auf den Sieg. Unterm Strich musste die Austria, über weite Strecken die bessere Mannschaft, über das Remis froh sein. Zufrieden können die Wiener in Hinblick auf die Tabelle damit aber nicht sein.

Grantig und enttäuscht

Michael Madl zeigte sich grantig: „60 starke Minuten reichen nicht gegen einen WAC. Wir haben uns am Ende reindrücken lassen, haben nicht energisch genug auf das 2:0 gespielt.“ Kollege Grünwald sprach von einem gerechten Remis: „Wir haben ein blödes Tor bekommen, aber gesehen, dass wir nicht wirklich schlechter sind als Teams, die vor uns stehen.“

Mattersburg überreichte WSG Tirol die rote Laterne

Es wird wohl keine besinnliche Weihnachtszeit bei WSG Tirol. Vielmehr werden bei den Verantwortlichen des Aufsteigers in den nächsten Tagen und Wochen wahrscheinlich die Köpfe rauchen. Denn die letzten Auftritte der Tiroler werfen zurecht die Frage auf: Wie will und soll Aufsteiger WSG Tirol in der Liga bleiben?

Das Team von Thomas Silberberger überwintert als Tabellenschlusslicht. Mit dem ungefährdeten 3:1-Auswärtssieg am Tivoli reichte Mattersburg die rote Laterne an die Wattener weiter und verschärft damit die Lage beim Liga-Neuling.

Die Gäste agierten in diesem Kellerduell deutlich cleverer und souveräner als die Mannschaft von WSG Tirol, der erneut schonungslos die Grenzen aufgezeigt wurden. Auch wenn sich die Wattener zurecht darüber beschweren durften, dass dem Mattersburger Führungstreffer durch einen Foulelfmeter von Pusic (18.) eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters vorausgegangen war.

Die Tiroler präsentierten sich im letzten Saisonspiel erschreckend harmlos, ja phasenweise sogar richtig hilflos. Gegen den stabilen Defensivverbund der Mattersburger fiel den Hausherren wenig ein, als sich nach dem Seitenwechsel schließlich eine abgerissene Flanke von Kuen über Goalie Oswald ins Tor senkte (54.) war es um WSG Tirol endgültig geschehen. Kvasina (89.) und Pranter (91.) stellten den Endstand her. In dieser Verfassung ist WSG Tirol im Frühjahr Abstiegskandidat Nummer eins.

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