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Sport Fußball
01/27/2020

Austria-Routiners Madl und Klein: „Haben uns das anders vorgestellt“

Michael Madl und Florian Klein haben so eine zähe Phase in Violett noch nicht erlebt. Und dennoch sind sie für die Zukunft zuversichtlich.

von Alexander Strecha

Die Austria schwitzt aktuell unter der Sonne im türkischen Belek bei besten Bedingungen und 15 Grad. Die zwei Oldies Michael Madl und Florian Klein, den derzeit eine Fersenverletzung etwas plagt, haben sich nicht nur für das kommende Frühjahr einiges vorgenommen, auch wenn die Meistergruppe mit sieben Punkten Rückstand in weiter Ferne ist. Vielmehr wollen sie mit der Austria zurück auf den richtigen Weg und am Ende der Saison vielleicht doch noch in den Europacup kommen. Mit ihrer Erfahrung könnten sie auch einen entscheidenden Beitrag leisten.

Liest sich die aktuelle Tabelle für die Austrianer einfach? Die Wahrscheinlichkeitsrechnung in Hinblick auf die Meistergruppe ist doch klar, oder?

Florian Klein: In erster Linie gilt es das fortzusetzen, was wir am Ende des Herbstes gezeigt haben in den vier, fünf Runden. Das war schon um einiges besser anders als zuvor – sowohl vom Spiel her, als auch von den Ergebnissen.

Michael Madl: Rechnen brauchen wir jetzt wirklich nicht. Wir müssen besser werden. Sollte es dann doch noch klappen, wäre es toll.

Kann man etwas Positives im Negativen, sprich einer möglichen Quali-Gruppe, finden?

Madl: Natürlich. In der Qualifikationsgruppe geht es ja auch nicht um die Goldene Ananas. Wir wollen etwas erreichen und die nächsten Schritte machen. Der Druck wird nicht weniger werden, schon gar nicht jener, den wir uns selbst machen. Das Ziel Europacup bleibt auch über diesen Weg aufrecht.

Haben Sie eine derartige Phase in Ihrer Austria-Karriere erlebt?

Klein: In dieser Form noch nicht. Aber es bringt nichts, nur in die Vergangenheit zu blicken. Wir sind auf dem Weg der Besserung.

Haben Sie sich bei der Rückkehr zur Austria vorgestellt, dass es dermaßen zäh werden könnte?

Madl: Auf gar keinen Fall.

Klein: Nie und nimmer. Denn auch aus dem Ausland betrachtet, hat die Austria ja immer einen Namen gehabt. Letztes Jahr hat es Rapid so erwischt, heuer sind wir in dieser Situation. Vorgestellt haben wir uns das ganz anders.

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Eventuell auch mehr internationale Auftritte als zuletzt?

Klein: Schon. Im Sommer wollten wir länger in der Europa League dabei zu sein. Das Abenteuer war dann leider schnell beendet. Vielleicht gelingt es uns heuer noch, wieder dorthin zu kommen. Auch wenn es bisher nicht danach ausgesehen hat.

Madl: In solchen Phasen lernst du doch mehr als in erfolgreichen Phasen. Auch über dich selbst, wenn man irgendwann einfach reflektieren muss. Ich glaube, das hat auch etwas Gutes.

Was haben Sie konkret über sich gelernt in letzter Zeit?

Madl: Als ich von Fulham zur Austria zurückgekommen bin und es nicht wie gewünscht lief, da habe ich mich zu viel zurückgezogen. Weil meine Erwartungshaltung sehr groß war – und dann die Enttäuschung auch. In dieser Phase hätte von mir als Routinier wahrscheinlich mehr kommen müssen innerhalb der Gruppe. Für die Zukunft weiß ich, dass ich als g’standener Spieler präsenter sein muss.

Florian Klein hat sich im Herbst der sehr persönlichen Kritik der Fans gestellt. Wie belastend war das?

Klein: Ich bin nie auf Konfrontation gegangen, habe nur gesagt, was ich mir damals gedacht habe. Natürlich wünscht man sich, von den Fans gemocht zu werden. Die Phase war nicht schön, aber ich habe daraus auch viel Motivation gewonnen.

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Konnten Sie das Thema abseits des Berufes ausblenden?

Klein: Nicht wirklich, weil immer irgendwo darüber gesprochen wird. Nach der Kritik wollte ich es allen beweisen, habe in Folge dann besser gespielt. So gesehen hatte diese Phase etwas Positives für mich.

Hat es Drohungen gegeben?

Klein: Vorwiegend kam die Kritik während der Spiele.

Madl: Wir haben versucht, öffentlich dem Flo den Rücken zu stärken. Kritik ist ja in Ordnung, es geht um die Art und Weise. Fußball ist ein Mannschaftssport, da braucht man sich nicht einen Spieler herauspicken und ihn aufs Übelste beschimpfen.

Was stimmt Sie beide zuversichtlich, dass es mit der Austria bergauf geht? Ist eine Trendwende in Sicht?

Klein: Ein großes Problem bei der Austria ist seit jeher, dass drumherum viel geredet wird, man den Blick aufs Wesentliche dann verliert. Ende des Herbstes ist unser Spiel einfach besser geworden mit der Systemumstellung, die uns gut getan hat. Wir sind aggressiver geworden, das Pressing hat geklappt.Madl: Mit dem Wort Trendumkehr muss man aufpassen, denn das hat es schon oft geheißen. Ich finde, dass die Richtung mal stimmt.

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Die Jungen haben zuletzt begeistern können. Wie können Routiniers wie Sie ihnen weiter helfen?

Madl: Dass es bei jungen Spielern zu Leistungsschwankungen kommen kann, ist normal. Unsere Talente wie Fitz oder Sarkaria, die frischen Wind rein gebracht haben, die reflektieren, heben nicht ab und werden nicht in eine Depression verfallen, wenn es zwei, drei Spiele nicht so läuft. Dann müssen aber wir für sie da sein und sie bestärken. Wenn sie einen Ratschlag brauchen, werden sie ihn bekommen.

Sarkaria und Fitz sind schon länger im Kader. Warum haben sie ausgerechnet im Herbst aufgezeigt?

Klein: Ich glaube, dass ihnen die Systemumstellung entgegen gekommen ist, dass ihre Stärken besser zur Geltung kommen. Vielleicht war auch die Mischung ein Schlüssel. Es war ein anderer Schwung drinnen.

Wie sieht Ihre persönliche Zukunft aus?

Klein: Das werden wir sehen. Mein Vertrag läuft im Sommer aus, da wird es demnächst mal Gespräche geben. Ich habe noch Spaß an meinem Beruf, bin topfit und werde sicher weiter machen.

Aber wo?

Klein: Wie gesagt, das wird man sehen. Je älter der Spieler ist, desto länger wird gewartet mit den Gesprächen (lacht). Verkaufen werden sie mich nicht mehr. Ich mache mir keinen Druck und genieße.

Geht es ums Finanzielle?

Klein: Gratis werde ich nicht spielen. Ich bin Profi, will das Beste aus mir heraus holen, das gilt auch für den finanziellen Bereich. Da geht es auch um den Stellenwert innerhalb einer Mannschaft.

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