Sport | Fußball
04.11.2018

Aufatmen bei Real nach 2:0-Sieg unter Interimscoach Solari

Die Königlichen müssen weiter auf den Nachfolger von Lopetegui warten. Der Last-Minute-Sieg beruhigt die Gemüter dennoch.

Die Erleichterung bei Real Madrid nach dem verwandelten Foulelfmeter von Kapitän Sergio Ramos war weit über das Bernabeu-Stadion hinaus spürbar. Mit dem 2:0 gegen Real Valladolid hat der kriselnde spanische Fußball-Rekordmeister am Samstag nach zuvor fünf sieglosen Ligaspielen endlich wieder einen Erfolg in der Liga eingefahren - wenn auch erst in der Schlussphase und mit viel Glück.

Das gestand selbst Interimscoach Santiago Solari. "Es war ein hart erkämpfter Sieg gegen einen schweren Gegner, mit vielen Gegenangriffen", sagte der Argentinier, der die Königlichen seit dem Rauswurf von Julen Lopetegui betreut. "Das Team hat fantastisch gespielt, es hat Geduld und Ausdauer bewiesen und sich nicht durcheinanderbringen lassen", lobte Solari.

Vinicius als Held

Spanische Kommentatoren feierten trotz des späten 2:0 durch Ramos (88.) vor allem den jungen Real-Stürmer Vinicius Junior, der sein Team mit einem knallharten, am gegnerischen Verteidiger Kiko Olivas abgeprallten Schuss in der 83. Minute in Führung gebracht hatte. Gewertet wurde der Treffer des 18-jährigen Brasilianers aber als Eigentor.

"Es mag ein Eigentor gewesen sein, aber es wurde wie ein Tor von Vinicius gefeiert. Der Brasilianer steht für Freude, Dreistigkeit und Schnelligkeit", jubelte die Sportzeitung "Marca". Kurz gesagt: Der Teenager steht für das, was das strauchelnde Team in einer seiner schwächsten Spielzeiten gerade so dringend braucht. Vinicius selbst blieb cool: "Ich habe einfach bis drei gezählt und dann hart geschossen."

Mit dem Erfolg hielt Real zumindest den Kontakt zur Spitzengruppe. Bereits am Mittwoch hatte Real in der ersten Partie unter Solaris Führung im Cup souverän mit 4:0 gegen den Drittligisten UD Melilla gewonnen. Ob der 42-jährige Ex-Real-Profi eine Chance bekommt, die Mannschaft nun langfristig zu betreuen, ist weiter unklar. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass sich Club-Boss Florentino Perez für einen erfahreneren Cheftrainer entscheiden wird.

Bei Barca läuft es

Weniger Sorgen hat Meister FC Barcelona. Der Titelverteidiger blieb nach einem späten Sieg Tabellenführer. Die Katalanen setzten sich nach einem 1:2-Rückstand am Samstagabend bei Außenseiter Rayo Vallecano noch mit 3:2 durch - weiter ohne Superstar Lionel Messi, der sich im Oktober im Spiel gegen Sevilla einen Bruch im rechten Arm zugezogen hatte.

Für Barca erzielten Luis Suarez mit einem Doppelpack (11., 90.) und Ousmane Dembele (87.) die Tore. Für den 21-jährigen Franzosen Dembele hagelte es dennoch Kritik. Die Partie des Jungstars sei von Ballverlusten und Fehlpässen geprägt gewesen, hielt das Madrider Sportblatt "Marca" fest. "Nur das Tor hat ihm den Abend gerettet."