Daniel Toth trägt seit 2001 das Trikot der Admira

© APA/HERBERT P. OCZERET

Sport | Fußball
05/24/2019

Admiras Kapitän verspricht: „Wir wollen keinem etwas schenken“

Daniel Toth über den die Rolle der Admira im Abstiegskampf am Samstag, den neuen Ligamodus und über Sasa Kalajdzic.

Die Admira hat den Klassenerhalt geschafft und kann im im Fernduell am Samstag zwischen Wacker Innsbruck und Hartberg zum Zünglein an der Waage werden. Kapitän Daniel Toth erklärt, warum man trotzdem „Vollgas“ geben und aufgrund des verflogenen Drucks vielleicht sogar noch stärker sein wird. Der 31-Jährige hat zuletzt auch seinen Vertrag verlängert.

KURIER: Nach dem 3:2-Sieg gegen Innsbruck und dem geschafften Klassenerhalt war die Erleichterung bei der Admira nicht zu übersehen. Wie angespannt war die Situation in den Tagen davor?

Daniel Toth: Der Druck war extrem. Vor dem Spiel hat man gemerkt, wie angespannt alle sind, es war viel ruhiger in der Kabine, als sonst. Jeder hat gewusst, dass es für den Klub um extrem viel geht. Dass wir in Führung gegangen sind, war wichtig.

Wie wirkt sich so ein Sieg auf junge Spieler aus?

Ich glaube, 90 Prozent der Mannschaft waren noch nie in so einer Situation. Die haben extrem daraus gelernt, nicht nur aus dem einen Spiel, aus den ganzen letzten Monaten.

Wie gefordert waren Sie als Kapitän in den letzten Wochen?

Mehr als sonst. Gerade in solchen Situationen schauen die Jungen, wie sich die Älteren verhalten. Dann musst du Lockerheit und Spaß reinbringen. Denn wenn du als Alter schon nachdenklich und verkrampft wirkst, verunsichert das die Jungen.

Für die Admira geht es am Samstag in Hartberg um nichts mehr. Wie gehen Sie damit um, dass Ihre Mannschaft zum Zünglein an der Waage werden könnte?

Schon am Samstag nach unserem Sieg gegen Wacker haben Innsbrucker Spieler oder auch Sportdirektor Hörtnagl mich gebeten, in Hartberg alles zu geben. Das steht aber außer Frage. Es geht für uns ja auch darum, die Saison erfolgreich abzuschließen. Wir haben versichert, Vollgas zu geben und wollen keinem etwas schenken. Außerdem ist es eine Chance zu zeigen, was wir spielerisch drauf haben. Das haben wir zuletzt aufgrund des Drucks nicht so zeigen können.

Soll heißen, die Admira wird durch den verflogenen Druck noch stärker?

Der Samstag war ein Beweis dafür, dass wir auch da sein können, wenn es drauf ankommt. Aber in Hartberg spielen wir erstmals in dieser Situation ohne Druck. Ich seh’ jeden Tag im Training, was im spielerischen Bereich möglich wäre.

Wie beurteilen Sie nach der ersten Saison den neuen Ligamodus mit der Punkteteilung?

Man hat eben etwas Neues probieren wollen, aber aus Spielersicht hat dieser Modus für mich keinen Vorteil. Bei den Zuschauerzahlen wäre mir kein Anstieg aufgefallen und dann werden dir Punkte auch noch weggenommen. Ich wüsste keine Sportart, in der es so etwas gibt. Das ist einfach nicht fair. Der Druck, der dadurch entsteht, ist enorm und in meinen Augen gar nicht notwendig. Spannend war es im Abstiegskampf in den letzten Jahren auch. Aber in der Abstiegsgruppe versucht jeder, die Defensive zu stärken und kein Risiko einzugehen. Wer will sich denn Spiele anschauen, wo man merkt, da will keiner etwas riskieren? Eines muss ich aber sagen.

 

Und das wäre?

Ich habe höchsten Respekt vor den Damen und Herren der Bundesliga, die diese Dinge entscheiden und sich sicher ihre Gedanken machen. Einfach ist das sicher nicht. Vielleicht könnte man sich einmal zusammensetzen mit ein, zwei Spielern pro Verein und gewisse Punkte diskutieren. Dann lässt sich das Ganze womöglich noch adaptieren und verbessern.

Große Talente haben Sie bei der Admira viele gesehen. Marcel Sabitzer etwa hat es aus der Südstadt bis in die Champions League geschafft. Was ist Sasa Kalajdzic zuzutrauen?

Es waren wirklich viele da, die Schritt für Schritt ihren Weg gegangen sind. Vom Gesamtpaket ist Sasa wahrscheinlich der Talentierteste. Es ist schwierig zu sagen, was er nicht kann, weil er einfach alles mitbringt. Viele meinen ja, dass er langsam wirkt. Aber das unterschätzt man aufgrund seiner Größe, er hat sogar eine unglaubliche Antrittsschnelligkeit. Wenn er am Boden bleibt, ist alles möglich.

Ist es gefährlich, ihn zu loben?

Manche Spieler muss man streicheln. Sasa ist eher der andere Typ. Das Gute ist aber, dass er das auch selbst weiß und das wird ihn schließlich weiterbringen.