Andrei Ivan: Ein Foto, das Bände spricht.

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Sport Fußball
10/20/2018

0:3 - Rapid blamiert sich bei Aufsteiger Hartberg

Die Hütteldorfer empfehlen sich mit einer schwachen Vorstellung für das untere Play-off.

von Alexander Huber

Ohne Gegentor in den jeweils ersten 30 Spielminuten war Rapid zur letzten Partie des ersten Durchgangs nach Hartberg gereist. Nur St. Pölten konnte bei diesem Liga-Bestwert mithalten. Doch ausgerechnet mit dem früheren SKN-Trainer Didi Kühbauer auf der Bank kassierten die Hütteldorfer bereits in den ersten 17 Minuten zwei Gegentreffer.

Am Ende setzte es in der mit 5024 Zuschauern erstmals ausverkauften Profertil Arena ein peinliches 0:3-Debakel. Der Trainereffekt ist damit verpufft, Rapid empfiehlt sich in dieser Verfassung für das untere Play-off.

Volksfest für Aufsteiger

Für die 1200 Rapid-Fans war mehr als vorgeschrieben freigeräumt worden, nämlich die gesamte Gegentribüne. Auch auf den anderen Tribünen tummelten sich viele Steirer in Grün. Mit großem Einsatz wurde der Rekordbesuch in der 6500-Einwohner-Stadt gemeistert. Am Ende feierten die Blauen ein verdientes Volksfest.

Das Unheil hatte sich für Rapid mit einem von Christopher Dibon ohne Not verursachten Eckball ankündigt. Der Corner konnte zwar geklärt werden, aber die Abseitsfalle beim anschließenden Flecker-Pass spottete jeder Beschreibung. Florian Sittsam kam ohne Gegenwehr an den Ball und schob zum 1:0 ein (9.).

Ausgerechnet Sittsam, der nur spielte, weil mit Diarra ein Schlüsselspieler der Steirer für das Zentrum verletzt passen musste. Auch Flügelflitzer Sanogo saß nach seiner Team-Reise mit Burkina Faso nur auf der Bank. Doch bremsen ließ sich das Team des früheren Kühbauer-Assistenten Markus Schopp dadurch nicht.

Ebenso wenig von der Verwirrtaktik der Gäste: Angekündigt wurde ein 4-2-3-1, gespielt wurde aber wieder im 4-1-3-2 wie gegen Mattersburg, mit der Aufstellung vom 1:0-Sieg – ohne, dass die gesuchte Raute im Mittelfeld gefunden wurde.

Abseitstor

Als Dibon ausrutschte und dadurch das Abseits aufhob, war das 2:0 nahe. Richard Strebinger konnte gegen Rajko Rep parieren (14.). Ganz knapp Abseits war dann eigentlich das 2:0: Ivan Ljubic hatte Torschütze Dario Tadic freigespielt. Rapid wurde nur zwei Mal durch Andrija Pavlovic gefährlich.

Als Michael Blauensteiner das 3:0 vergab, hatte Kühbauer genug und stellte auf das gewohnte 4-2-3-1-System um (27.). Andrei Ivan hätte es in Minute 47 noch spannend machen können, doch der Joker scheiterte allein vor René Swete. In Minute 65 kam Sanogo für den starken Tadic, wurde geschickt und war mit dem ersten Ballkontakt auf und davon. Die perfekte Vorlage verwertete Florian Flecker – 3:0 (65.).

Damit überholte der Aufsteiger in der Tabelle sogar die Hütteldorfer.

Fehlende Begeisterung

"Es sollte jetzt auch der Letzte gemerkt haben: Wenn du so in der Scheiße steckst, braucht es viel Arbeit", meint Sportdirektor Fredy Bickel. Das sieht auch Kühbauer so: "Ich bin zu kurz da, um jetzt alles in Frage zu stellen. Aber wir haben viele Defizite und nicht die Zeit, um alles zu ändern."

Alarmierend findet Kühbauer, dass Kapitän Schwab von "der fehlenden Begeisterung und zu wenig Miteinander auf dem Feld" spricht.