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Sport
07/08/2019

Frauen-WM: Trendsetter USA und Millionen TV-Zuschauer

Die Bilanz nach 52 Spielen zeigt, dass es von 7. Juni bis 7. Juli mehr Siegerinnen als Verliererinnen gegeben hat.

von Günther Pavlovics

Schnelleres Spiel, bessere Laufleistung, höhere Ballsicherheit. Die deutsche Ex-Teamspielerin Nadine Keßler als Mitglied der Technischen Studiengruppe machte die „gestiegene Qualität“ daran fest, dass die Spielerinnen heute kompletter als zu ihrer aktiven Zeit waren. Keßler ist 31. Es herrscht aber eine große Lücke zwischen drei, vier voranschreitenden Nationen und dem Rest.

Seit eh und je Trendsetter im Frauenfußball. Die Amerikanerinnen wurden im Finale ihrer Favoritenrolle gerecht und holten sich mit dem 2:0 über die Niederlande ihren bereits vierten WM-Titel.

  • + England:

Man merkt, dass es dort die einzige Vollprofiliga der Welt neben den USA gibt.

  • - Deutschland:

Der einstige Trendsetter hinkt hinterher, aber die Teamchefin Martina Voss-Tecklenburg setzte auch junge Spielerinnen ein, denen die Zukunft gehören wird. Die Kritik in Deutschland nach dem Viertelfinal-Aus gegen die späteren Dritten, Schweden, war herb.

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  • Spanien:

Dort haben die Klubs, angeführt von Barcelona und Atlético, eine Eigendynamik entwickelt. Bis vor ein paar Jahren war Spanien ein Frauenfußball-Entwicklungsland, jetzt werden sie bei den nächsten Turnieren zu den Mitfavoritinnen gezählt. Konnten spielerisch mit den USA mithalten.

  • - Kamerun:

Ebenso robust wie Nigeria, erstmals kam zwei Teams aus Afrika weiter. Aber im Achtelfinale gegen England lieferte Kamerun ein Negativ-Highlight, wollte abtreten wegen via Videobeweis korrigierter – aber korrekter – Entscheidungen.

  • + Videobeweis:

Ist auch bei den viel schneller gewordenen Frauen-Spielen unerlässlich. Aber es gibt noch viel zu tun. Als Problem erwiesen sich Absprache-Mängel zwischen den durchwegs männlichen VAR (Video-Assistent-Referees) und den weiblichen Referees. Oft dauerten die Entscheidungen zu lange.

  • + Interesse:

Laut FIFA haben bis Freitag auf allen TV-Kanälen und Plattformen mehr als 850 Millionen Menschen weltweit die WM-Spiele verfolgt. Das ist doppelt so viel wie vor vier Jahren.

  • + Nigeria:

Das lustigste Video der WM. Die Nigerianerinnen feierten im Hotel den Aufstieg ins Achtelfinale. Erst am letzten Spieltag stand fest, dass die Afrikanerinnen als viertbeste Gruppen-Dritte weiterkommen.

  • - Asien:

Südkorea in der Vorrunde out, Japan und China im Achtelfinale – auch Australien, das die Asien-Quali spielt. Thailand stellte die Watschenfrauen.