Formel 1: Die tiefe Sinnkrise des Lewis Hamilton
Ratlos: Lewis Hamilton ist derzeit kurz angebunden.
Lewis Hamilton war stets ein nachdenklicher, aber doch höflicher und angenehmer Gesprächspartner. Doch derzeit wirkt der mittlerweile 40-jährige Brite völlig desillusioniert. Auf Fragen antwortet er nach langem Schweigen mit kaum mehr als ein paar Wörtern. Seine Körpersprache ist längst nicht mehr jene eines siebenfachen Weltmeisters der Formel 1.
Albtraum
Der sensationelle Wechsel von Sir Lewis Hamilton zu Ferrari mit Beginn der Saison 2025 hätte der Beginn eines Sport-Märchens werden sollen. Der erfolgreichste Fahrer der Geschichte im erfolgreichsten und spektakulärsten Team. Ein WM-Titel mit der Scuderia hätte Hamilton in Italien unsterblich gemacht.
Passiert ist genau das Gegenteil. Hamilton erlebt die schwerste sportliche Krise in seiner Karriere. In Katar scheiterte er bereits im ersten Durchgang des Sprint-Qualifyings. Einen Tag später wiederholte sich das Desaster in der Qualifikation für das Rennen – so, wie bereits eine Woche zuvor in Las Vegas.
Misserfolgsserie
Hamiltons Höhepunkt in dieser Saison war ein Sprint-Sieg in China zu Beginn der Saison. Auf einem Podium bei einem Grand Prix stand er als Ferrari-Fahrer noch nie.
Doch warum passen Ferrari und Hamilton so gar nicht zusammen? Hat der Sieger von 105 Grands Prix das Fahren verlernt?
„Er kann es immer noch“, sagt etwa Jamie Chadwick, die TV-Expertin und dreifache Meisterin der Formel W. Allerdings sei die Arbeitskultur bei Ferrari einzigartig. Diese Umstellung könnte Hamilton unterschätzt haben. Eine ähnliche Theorie hat Sky-Experte Martin Brundle. Es sei ein Fehler gewesen, dass Hamilton praktisch im Alleingang zu Ferrari gegangen ist, ohne seine wichtigsten Stützen von Mercedes mitzunehmen: „Ich glaube, Lewis hätte viel mehr Leute um sich gebraucht.“
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