Sport
27.07.2018

Bundesliga-Auftakt: Der Anpfiff in eine neue Ära

Die Wiener Austria eröffnet gegen Aufsteiger Wacker Innsbruck in der Generali-Arena die "Bundesliga neu".

So lange hatte man der Vorfreude freien Lauf gelassen, doch am Freitagabend muss sie ein jähes Ende nehmen. Denn um 20.45 Uhr (live auf Sky Sport Austria) wird die neue Saison mit dem Spiel der Wiener Austria in der neuen Generali-Arena gegen Aufsteiger Wacker Innsbruck angepfiffen. „Uns geht es allen gleich. Endlich geht es los“, sagt Austria-Trainer Thomas Letsch, der den Start gar nicht mehr erwarten kann. Neben ihm sitzt der neue Technische Direktor in Violett, Ralf Muhr, und nickt. „Der Aufbruchstimmung sollen nun Taten folgen.“ Die erste gute Tat wäre in den Augen der Violetten ein Heimsieg.

Dazu braucht es einen leidenschaftlichen Auftritt, sagt Muhr, „weil wir die Zuschauer vom ersten Spiel an mitnehmen wollen“. Die neu zusammengestellte Mannschaft soll Inspiration an den Tag, pardon Abend, legen und den mindestens 11.000 Fans (so viele Tickets waren gestern verkauft) das Gefühl vermitteln, alles für den Erfolg zu unternehmen. Immerhin möchte man in der ersten Saison in der neuen Arena auf einen Zuschauerschnitt von 10.000 kommen.

Euphorie entfachen

„Wir haben es in der Hand, eine Begeisterung bei den Fans zu entfachen.“ Thomas Letsch hat sich für den Auftakt schon einen Plan zurechtgelegt, weil „jedes Match ein Schachspiel im Kopf ist. Zu Saisonstart vielleicht noch mehr als sonst.“ Er gibt zu, personell vor der Qual der Wahl zu stehen. Doch weil Jeggo, Martschinko, Monschein und Serbest verletzt fehlen, ergibt sich die Startformation quasi von selbst, wieder mit zwei Stürmern, aller Voraussicht nach sind dies Turgeman und Friesenbichler. „Unsere Stürmer müssen bei dem, was wir spielen wollen, viel arbeiten“, erklärt Letsch. „Daher werden wir während eines Spieles auch immer wieder tauschen.“ Beruhigend für Edomwonyi, der schon beim Cupsieg gegen Austria XIII nicht in der ersten Elf stand.

Die Austrianer wirken wie Rennpferde in der Startbox. Wehe, wenn sie losgelassen. Letsch sucht den idealen Weg, die Zügel loszulassen. „Natürlich wollen wir zeigen, dass wir hier daheim sind. Aber es geht auch um die richtige Balance, den Mittelweg. Wir dürfen nicht den Fehler begehen und nur vorne draufgehen.“ Weil der Gegner aus Innsbruck genau darauf warten und mit Kontern antworten könnte. „Karl Daxbacher ist ein alter Hase, der sich sicher etwas ausgedacht hat. Wir wissen jedenfalls, was auf uns zukommt. Es wird kein Selbstläufer. Innsbruck ist für mich kein normaler Aufsteiger.“

Ausgefuchster Daxbacher

Angesprochener Karl Daxbacher weiß: „Die Austria hat einen gewaltigen Druck. Ich höre dort immer von Aufbruchstimmung und einer neuen Mannschaft. Das könnte auch belastend sein. Sollte die Austria verlieren, dann geht dort gleich wieder die große Suderei los. In der Hinsicht hat sich bei der Austria eine gewisse Qualität entwickelt.“ Wacker-Abwehrchef Matthias Maak glaubt: „Bei der Austria muss erst etwas zusammenwachsen, da ist es vielleicht nicht schlecht, gleich in der ersten Runde gegen sie zu spielen.“ Besagte violette Aufbruchstimmung lässt sich auch in Zahlen argumentieren, denn bis dato konnte man über 6000 Abos verkaufen, deutlich mehr als nach dem Meistertitel 2013 (5400).

Jetzt gilt es, den neuen Leitspruch „Anspruch und Stil“ mit Resultaten und ansehnlichen Leistungen zu unterstreichen. Heute ist die erste Gelegenheit dazu. Sky Sport Austria trägt dem ersten Spiel der Saison besondere Rechnung und überträgt gleich sechs Stunden lang. Am Verteilerkreis beginnt das Rahmenprogramm ab 18.30 Uhr mit viel Musik und Unterhaltung (Microsoccer-Feld und Soccerdarts). Es könnte ein schöner Fußballabend in Violett werden.