Darts-Party wird zum Corona-Albtraum: PDC schließt WM-Abbruch aus

Teilnahme von Transfrauen im Sport
Mit Noppert gab der bereits fünfte Darts-Star einen positiven Corona-Befund bekannt. Die PDC muss Kritik einstecken, abgebrochen wird nicht.

Neuer Tag, neuer Corona-Fall. Die alljährliche Darts-Party, die über Weihnachten und Silvester im Alexandra Palace in London gefeiert wird, droht mehr und mehr zu einem Fiasko zu werden. In den vergangenen Tagen wurden bereits fünf Spieler positiv getestet, zuletzt der Niederländer Danny Noppert, der am späten Mittwochabend seinen Positiv-Befund öffentlich machte. Der Kampf um den WM-Titel rückt damit immer mehr in den Hintergrund. Das alles andere als strenge Hygienekonzept der PDC wird zum Bumerang.

Nichts zu lachen

Mittlerweile mehren sich die Stimmen, das Turnier abzubrechen und zu verschieben. Der Titelverteidiger und Weltranglistenerste Gerwyn Price zeigte sich zwiegespalten: „Es muss zu Ende gespielt werden. Aber wenn es verschoben werden müsste, dann würde ich zustimmen.“

Deutlichere Worte fand Ex-Weltmeister Gary Anderson: „Für mich ist das nicht richtig. Es wird in den kommenden Monaten zu einem großen Durcheinander in der Weltrangliste kommen.“ Der Schotte plädierte daher für einen Abbruch und fügte lachend an: „Wenn ich meinen Urlaub verpasse, dann helfe uns Gott.“

Am Donnerstagabend zog er dann mit einem 4:3 gegen den Rob Cross ins Viertelfinale ein und trifft dort am Neujahrstag auf den Engländer Luke Humphries. 

Zuvor hatten bereits die Engländer James Wade (4:0 gegen Martijn Kleermaker), Humphries (4:3 gegen Chris Dobey), Callan Rydz (4:1 gegen Alan Soutar) und Mervyn King (4:3 gegen Raymond Smith) das Viertelfinale erreicht.

Während die Tausenden Fans im „Ally Pally“ nach wie vor Stimmung machen – von Masken und Abstand ist nur selten etwas zu sehen – ist vielen Darts-Profis das Lachen bereits vergangen. Besonders das Aus von Titel-Mitfavorit Michael van Gerwen sorgte für einen Schock. Der Niederländer sparte danach auch nicht mit Kritik an der PDC: „Die Kontrollen waren schlicht nicht stark genug. Es ist jetzt einfach eine große Corona-Bombe.“

Zwar handelte der Darts-Weltverband rechtmäßig, setzte aber gerade einmal die minimalen Anforderungen um. Was in anderen Sportarten Standard ist, suchte man in London zum Teil vergeblich. Die Umsetzung einer Blase, mit beschränkten Kontakten zur Außenwelt? Fehlanzeige. Regelmäßige Corona-Tests für die Profis? Nur eine Empfehlung, keine Vorgabe.

Augen zu und durch

Es bleibt damit vor allem den Spielern selbst überlassen, wie sie mit der Situation umgehen. Seien es die Corona-Tests oder das Tragen der Maske. War in den ersten Turnier-Tagen noch Ex-Weltmeister Raymond van Barneveld einer der wenigen, die mit Mund-Nasen-Schutz auf die Bühne marschierten, gehen nun immer mehr Spieler auf Nummer sicher.

Der Darts-Verband hält sich indes zurück, die Corona-Fälle werden zwar kommuniziert, wirkliche Konsequenzen bleiben aber aus. „Die PDC hat keine Pläne, ihre Covid-Protokolle zu ändern“, heißt es in einer Stellungnahme gegenüber der Bild-Zeitung. Man konzentriert sich auf die sportlichen Highlights, versucht damit, die Negativ-Schlagzeilen wettzumachen. Das Spektakel soll also weitergehen, nach Donnerstag sind nur noch drei Tage zu spielen. „Das Turnier wird wie geplant vor vollen Zuschauerrängen, wie von der britischen Regierung genehmigt, bis zu seinem Ende am 3. Jänner fortgesetzt“, teilte der Veranstalter am Donnerstag mit. Da wird dann ein Weltmeister gekürt, komme, was wolle.

Kommentare