Aus der NFL zurück zu den Vikings: Footballer Seikovits "bereut nichts"
Bernhard Seikovits (r.) mit Coach Chris Calaycay
Bernhard Seikovits ist zurück in Wien und ist zurück bei den Vienna Vikings. "Was für eine Rückkehr", freut sich Headcoach Chris Calaycay, "Bernhard ist ein außergewöhnlicher Spieler, wir sind sehr froh, dass wir in zurück haben." Der 28-jährige Seikovits durfte zuletzt vier Jahre NFL-Luft schnuppern, war im Trainingskader der Arizona Cardinals. Im KURIER-Gespräch erklärt er, warum der letzte Schritt in die beste Football-Liga der Welt nicht gelungen ist, was er gelernt hat und welche Rolle Geld dabei gespielt hat. Bernhard Seikovits über ...
… seine Rückkehr nach Wien: Ich habe mich noch nie nicht zu Hause gefühlt hier. Ich bin seit Oktober wieder in Wien – ja, das Wetter ist ein bisschen anders als in Arizona. Ich habe endlich wieder einmal einen Winter erlebt, das war schön. Ich bin froh, wieder hier bei Familie und Freunden zu sein, das fühlt sich gut an. Und im Training bin ich auch gut.
Bernhard Seikovits bei einem NFL-Training der Arizona Cardinals.
… seine Unterschrift bei den Vikings: Ich habe mir natürlich alles angehört, auch von anderen Teams. Aber für mich sind die Vikings in Europa eine der besten, wenn nicht der beste Ort für einen Spieler, wenn es um Professionalität, Organisation, Infrastruktur und so weiter geht. Deshalb war es eigentlich sehr leicht für mich, hier zu unterschreiben.
… sein NFL-Abenteuer, bei dem er in vier Jahren nur zwölf Vorbereitungsspiele bestritten hat: Ja, das war immer ein schwieriges Thema für mich, auch mental. Ich war der Meinung, dass ich vor allem ab dem zweiten Jahr eigentlich immer eine sehr gute Leistung gezeigt habe. Woran es dann gelegen hat, dass dieser letzte Schritt nicht geklappt hat, ist noch ein bisschen schwer nachzuvollziehen. Aber für mich war immer wichtig, dass ich immer alles gebe und mir am Ende nichts vorzuwerfen habe. Und das kann ich mit reinem Gewissen sagen. Ich bin stolz und zufrieden mit dem, was ich geleistet habe.
… Reue: Natürlich wäre es schön gewesen, den nächsten Schritt noch zu machen. Aber das sind dann die Erfahrungen, die einen zu dem machen, der man ist. Ich bereue nichts und kann damit auch ganz gut leben. Auch wenn man sich denkt, es hätte so viel mehr gehen können.
… Geld: In Europa wächst man nie mit dem Gedanken auf, mit Football einmal seinen Lebensunterhalt verdienen zu können. Ja, ich habe in den USA natürlich gutes Geld verdient. Aber darum ist es mir eigentlich nie gegangen, ich wollte mich sportlich beweisen. Aber natürlich, wenn Zeiten vielleicht einmal ein bisschen schwerer sind mental, dann hilft es, wenn man zumindest gut bezahlt kriegt. Aber ich wollte immer nur der beste Spieler sein, der ich sein kann.
… seine Entwicklung: Ich bin auf jeden Fall abgebrühter, habe viel kennengelernt und weiß jetzt, wie der Hase läuft. Ich habe hier in Österreich Quarterback und Receiver gespielt, für die NFL habe ich umgelernt und wurde Tightend. Das war am Anfang nicht einfach, aber ich habe sehr viel gelernt. Ich bin spielerisch und menschlich älter geworden, habe viele Erfahrungen gesammelt. Ich habe aus Rückschlägen gelernt einfach nicht aufzugeben.
… seine aktuelle Lage: Der letzte Schritt ist sich nicht ganz ausgegangen, das stimmt. Und das wird wahrscheinlich auch noch lange in meinem Kopf sein. Aber ich glaube, ich habe alles richtig gemacht. Ich habe das Beste aus der Situation herausgeholt. Jetzt geht eine neue Tür auf. Ich bin froh, dass ich hier bin, in Wien bei den Vikings. Ich freue mich, dass ich endlich wieder regelmäßig spielen kann. Ich glaube, das wird ein geiles Jahr.
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