Wagners Trikot hält dem Druck nicht immer stand

© Fivers / Anton Nigg

Sport
12/01/2020

Am Kreis geht’s rund - wenn Handball zur Materialschlacht wird

Tobi Wagner, Kreisläufer der Fivers Margareten, wird auch im Europacup-Duell mit Leon, seinem Trikot viel zumuten.

von Peter Karlik

Spieler bei Profisportvereinen sind meistens gut betreut. Viele Klubs haben Trainer, Physiotherapeuten, Ärzte oder auch Mentalbetreuer. Seit ein paar Monaten gibt es auch Covid-19-Beauftragte.

Und es gibt Vereine, die brauchen Näherinnen. Im Handball zum Beispiel. Ohne die Spezialistin für gerissene Trikots würden zum Beispiel die Fivers aus Margareten dumm aus der Wäsche schauen, wie es der Volksmund formuliert.

Für Mensch und Material zählt Handball zu den härtesten Sportarten der Welt. Gut zu sehen sein wird das wieder am Dienstag in der Hollgasse der Fivers beziehungsweise auf ORF Sport+ (20.45 Uhr). Da treffen die Wiener in der European League auf den spanischen Top-Klub Abanca Ademar Leon.

Tobi Wagner wird sich mit Freude ins Getümmel werfen.

 

Der Fivers-Sieg in der Europa League gegen Toulouse

Knochenmühle

Die Dressen der Fivers werden auch heute wieder einige Risse und Löcher bekommen. In großer Gefahr ist meistens die Wäsche von Tobi Wagner. Der 1,98 Meter große und 128 Kilogramm schwere Kreisläufer liebt seinen Job – dort, wo es wehtut. „Nach jedem Spiel habe ich Kratzer am Hals, dort wo gezogen wird, oder am Kragen, wenn dieser reißt. Am nächsten Tag habe ich oft Probleme beim Aufstehen.“

Aber das hindert den 25-Jährigen nicht daran, immer wieder aufzustehen. Denn er darf ja auch austeilen. „Mir macht das riesigen Spaß. Ich könnte ohne diese Körperlichkeit nicht spielen.“ In der European League noch mehr, da dort viel härter gespielt wird als in Österreich.

Gewichtige Argumente im Zweikampf

Seine Arbeit am Kreis beschreibt der Nationalspieler so: „Ich bin der, der für die Rückraumspieler Platz schafft. Wenn ich meinen Körper seitlich reinstelle und damit einen Gegner blockiere, kann eine Überzahlsituation entstehen. Aber ich versuche auch selber, Tore zu werfen, wenn ich meinen körperlichen Vorteil nutze.“

Der mächtige Körper ist Wagners Vorteil, obwohl er weiß: „Es ist kein Geheimnis, dass drei, vier Kilo runterkommen müssten. Aber es ist natürlich ein Vorteil, auf der Position eine körperliche Präsenz zu haben. International gibt es kaum noch Kreisläufer unter 100 Kilo.“

Mit Nadel und Zwirn

Die Handball-Trikots werden genäht, weil sie im Vergleich zu anderen Sportarten teuer sind und die Klubs dafür nicht so viel Geld haben. Ein bedrucktes Trikot kann auch schon mehr als 150 Euro kosten. Es würde natürlich auch ins Budget ein Loch reißen, wenn jedes gerissene Trikot ersetzt werden würde.

Und im Training? „Da habe ich zum Glück einen Ausrüster, der mir Trikots zur Verfügung stellt“, sagt Wagner. Denn auch da geht es ähnlich hart zu und müssen zwei Dressen pro Woche daran glauben. Ein gutes Indiz dafür, dass bei den Fivers auch im Training eine gewisse Härte herrscht. „Natürlich, sonst bekommst du ja die Härte nicht für das Spiel. Das muss man auch trainieren.“

Der heutige Gegner aus Spanien machte übrigens im Oktober Schlagzeilen, als die Spieler wegen einer kurzfristigen Anordnung der lokalen Behörden in einer Partie Masken trugen mussten. Sinfin de Santander wurde dennoch 31:23 besiegt.

Gruppe A, 20.45:  Fivers  - Ademar Leon. 
Weiters: Toulouse - Wisla.

Tabelle:  1. Wisla 4/2, 2. Leon 4/3,  3. Toulouse 4/4, 4. Chekhovskie2/2, 5. Fivers 2/3, 6. Skopje 0/2.

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