© Stefan Robitsch

Romy
03/03/2020

Simon Schwarz

Simon Schwarz könnte sich seine zweite ROMY sichern. Diesmal nicht als Produzent, sondern als Schauspieler.

Die Zeiten, in denen der Mann mit den blauen Augen, den rotblonden Haaren und dem angeborenen Wiener Schmäh als der vielleicht bekannteste Unbekannte im deutschsprachigen Film und Fernsehen galt, sind längst vorbei. Denn mit prägenden Rollen hat sich Simon Schwarz in den Vordergrund gespielt. Etwa als schrulliger Sidekick in den Brenner-Krimis. In Wolfgang Murnbergers Verfilmungen der Wolf Haas-Krimis "Komm, süßer Tod" (2000), "Silentium" (2004) und "Der Knochenmann" (2009) spielte der mittlerweilse 49-Jährige Brenners Freund, den Berti.

Spiel des Lebens
1996 feierte Simon Schwarz in der Fernsehserie "Spiel des Lebens" sein Fernsehdebüt. Es folgten einige österreichische Film- und Fernsehproduktionen, ehe Schwarz 1998 mit Stefan Ruzowitzkys Film "Die Siebtelbauern" bekannt wurde. Für diesen Film erhielt Schwarz den Max-Ophüls-Preis als Bester Nachwuchsdarsteller wie auch beim Festivale de Geneve. 1999 kam es dann nochmals zur Zusammenarbeit mit Ruzowitzky für den grandiosen Thriller "Anatomie".

Fürs Fernsehen spielte er binnen kurzer Zeit in einer Fülle von Produktionen mit: U. a. war er in den "Trautmann"-Krimis“ Wolfgang Böcks Assistent Burschi Dolezal zu sehen, er spielte in "Tatort"- Folgen und "Schnell ermittelt", in der "Gottesanbeterin", "Kottan ermittelt - Rien ne va plus" oder auch in David Schalkos TV-Serie "Braunschlag". Nicht vergessen sollte man seine temporären, aber legendären Auftritte als „Inkasso Heinzi“ im Wiener „Tatort“.

Aber der Sohn eines Theaterwissenschaftlers und einer Germanistin kann nicht nur blödeln, sondern auch ernst. Im dem am anderen Ende der Ernsthaftigkeitsskala liegenden Film „Der Traum von Olympia“ über die Nazi-Spiele von Berlin überzeugt er als deutscher Offizier Wolfgang Fürstner, der am eigenen Leib die Menschenfeindlichkeit des Systems, dem er dient, zu spüren bekommt.

Nominiert
Der Schauspieler ist seit Jahren Teil der enorm erfolgreichen
Heimatkrimi-Filmreihe um den dauergrantigen niederbayerischen Polizisten Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel), nach den Romanen von Rita Falk. Nach "Dampfnudelblues" (2013), "Winterkartoffelknödel" (2014), "Schweinskopf al dente" (2016, brachte Schwarz seine erste ROMY-Nominierung ein), "Grießnockerlaffäre" (2017) und "Sauerkrautkoma" (2018) war zuletzt der Leberkäs an der Reihe. "Leberkäsjunkie" ist der sechste Teil der Rita-Falk-Verfilmungen.

Schwarz unterhält darin erneut als eher erfolgsloser Privatdetektiv Rudi, der einsam und bescheiden in München lebt. Für diese Rolle wurde er soeben wieder für die ROMY nominiert. Schwarz, der bereits den nächsten Eberhofer-Krimi „Kaiserschmarrndrama“ abgedreht hat (Kinostart: August 2020), war zuletzt in "Prost Mortem“ zu sehen. In diesem Kammerspiel in vier Episoden spielte er den liebenswerten Bernie, der für die Hamburgerin Gitti Begriffe wie „Büseln“ und „Damenspitz“ dolmetscht, gleichzeitig mit Alkohol und Schulden zu kämpfen hat. Die Eigenproduktion von NBCUniversal International Networks entstand in Zusammenarbeit mit Puls4, Dor Film und ist derzeit via Sky abrufbar.

Neue Leidenschaft
Simon Schwarz hat neben der Schauspielerei aber auch noch eine andere Leidenschaft für sich entdeckt. Er ist neuerdings und durchaus auch erfolgreich als Filmproduzent aktiv. Sein gemeinsam mit Konstantin Seitz umgesetzer Kinofilm „Zerschlag mein Herz“ wurde von der Kritik toll aufgenommen. Die slowakische Regisseurin Alexandra Makarová erzählt darin eine "Romeo und Julia"-Geschichte nach wahren Begebenheiten. Für das Drama, das im Roma-Milieu in Wien und in der Ostslowakei spielt, wurde Simon Schwarz im Vorjahr mit seiner ersten ROMY bedacht. Bei der Verleihung bekam der die Auszeichnung in der Kategorie „Beste(r) ProduzentIn Kinofilm“.