Venedig: Nicht nur für Tagesgäste

Der Bürgermeister will längere Aufenthalte in der Lagunenstadt fördern.
Luftaufnahme von Venedig mit Blick auf Gebäude, Kanäle und Boote.

Venedig will den Tagestourismus eindämmen und Besucher fördern, die einen mehrtägigen Aufenthalt in der Lagunenstadt planen. "Ich denke an einen Beitrag, den Touristen zahlen müssen, der sinkt, je länger man in der Stadt bleibt", sagte der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro. Wer nur 24 Stunden bleibt, soll demnach mehr zahlen als jemand mit längerem Aufenthalt.

Gegen Numerus Clausus

Der Bürgermeister sprach sich im Interview mit der Tageszeitung La Stampa am Freitag zugleich gegen Pläne zur Einführung eines "Numerus Clausus" für Touristen aus. "Die Stadt steht jedem offen. Doch der Tagestourismus bringt keine Vorteile. Dadurch entstehen Kosten für die Stadt. Der Tagestourismus muss geregelt werden. Die Gemeindesteuer genügt nicht zur Finanzierung der Dienstleistungen, die Touristen hier nutzen", betonte Brugnaro.

Brugnaro bestritt, dass Venedig eine Stadt für reiche Touristen werden könnte. "Venedig soll eine Stadt werden, für diejenigen, die sie wirklich lieben und sich nicht mit wenigen Stunden zwischen der Rialto-Brücke und der Markusbasilika begnügen", betonte der Mitte-Rechts-Bürgermeister.

Kreuzfahrtschiffe nicht verteufeln

Blick von einem Kreuzfahrtschiff auf Venedig mit vielen Booten auf dem Wasser.
Venedig, Auslaufen vom Hafen Stazione Marittima durch den Canale della Giudecca und Bacino de S. Marco in Richtung Lido an Bord der Costa Favolosa von Costa Kreuzfahrten, Schiff, Costa Favolosa, Kreuzfahrt
Brugnaro warnte vor einer "Verteufelung" der großen Kreuzfahrtschiffe. Diese würden der Stadt 5.000 Jobs bescheren. "Touristen dürfen nicht verteufelt werden. Ohne Touristen stirbt Venedig", sagte der Bürgermeister.

Venedig hat wegen eines unerwartet hohen Gäste-Ansturms zu Allerheiligen ein Chaos erlebt. Eine riesige Besucherzahl drängte sich am Dienstag durch die engen Gassen der Lagunenstadt. Täglich tummeln sich dort bis zu 100.000 Besucher, während der Faschingszeit sind es sogar 130.000. Deswegen drängt der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, schon seit Jahren auf die Einführung eines "Numerus clausus" für Touristen.

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