Sicherer Einstieg ins weiße Abenteuer
Die Vorstellung ist idyllisch: In den stillen Morgenstunden bahnt sich der Tourengeher seinen Weg auf den Berg, durch Wälder, unverspurtes Gelände, im Neuschnee. Die Sonne lugt schon hinter dem Berg hervor. Ein paar Stunden geht es steil bergauf, das Gipfelglück wartet. Als wäre das noch nicht genug, gibt es zur Belohnung auch noch eine Abfahrt abseits aller Pisten, durch Tiefschneehänge und unbevölkertes Gebirge.
Traumhaft. Perfekt. Und gefährlich. Wenn Tourengeher die Gefahren des Berges zu wenig kennen, das Lawinenrisiko nicht richtig einschätzen, hochalpine Touren ohne ortskundigen Bergführer gehen, kann das Idyll schnell zum lebensgefährlichen Unterfangen werden. Rund 300 tödliche Bergunfälle passieren insgesamt pro Jahr. Der Alpenverein www.alpenverein.at veranstaltet deshalb auch heuer 500 Skitouren- und Lawinenkurse. Im Fokus steht die Ausbildung zum eigenverantwortlichen Tourengeher. Und ein Ziel: Die Zahl der Bergunfälle in den nächsten Jahren zu halbieren.
Tendenz steigend
Auf den Trend zum Skitourengehen – in Österreich wurden 2010 mit 43.000 Paar erstmals mehr Tourenskier verkauft als Langlaufskier (37.000) – setzt auch die Region Faistenau in Salzburg. Das Dorf war bisher für seine 54 Kilometer lange Langlaufloipe bekannt, sogar eine stark frequentierte Flutlichtloipe hat man hier im Ort. Nun wird das Angebot auf die neue Trendsportart erweitert: Der erste Tourenskilehrpfad auf der Loibersbacherhöhe in Faistenau bietet Anfängern den relativ gefahrenlosen Einstieg in die Sportart. Der eigens errichtete Lehrpfad führt durch den Wald auf den Berg. Er bietet eine einfache Möglichkeit für den Wintersportler, in die Welt der Skitouren und die notwendigen Sicherheitsregeln einzutauchen.
Lehrtafeln am Weg
Gegen eine Gebühr von 35 Euro bekommt man hier auch die komplette Ausrüstung inklusive Lawinenverschüttetensuch-Gerät (LVS).
1. Niemals untrainiert gehen, Tourengehen ist ein Ausdauersport. Kraftreserven für die Abfahrt sind ein Muss.
2. Gut planen, Länge und Schwierigkeit passend wählen.
3. Lawinenlage studieren.
4. LVS-Gerät, Sonde, Schaufel sind ein Muss, ebenso Erste-Hilfe-Paket, Biwaksack und Mobiltelefon. Ein Airbag-System erhöht die Überlebenschancen in Lawinen enorm.
5. Regelmäßig trinken, bei langen Touren auch essen.
6. Das Lawinenrisiko abwägen, die Gefahrenzeichen im Gelände gut kennen.
7. Entlastungsabstände einhalten: 10 m beim Aufstieg in Steilhängen (über 30 Grad), bei der Abfahrt 30 m.
8. Stürze vermeiden: Sie sind Unfallursache und enorme Belastung für die Schneedecke.
9. Kleine Gruppen ermöglichen gegenseitige Hilfe und verringern das Risiko, Lawinen auszulösen. Immer Menschen im Tal über die Route informieren.
10. Keine Abfälle zurücklassen, Lärm vermeiden, Rücksicht auf Wildtiere nehmen.
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