Unwetter in Italien: "Wie Weltuntergang"

Die heftigen Überschwemmungen in Norditalien töteten sechs Menschen und zerstörten Dörfer an der ligurischen Küste.

Sechs Tote und acht Vermisste beträgt die vorläufige Bilanz der schweren Unwetter in den Regionen Ligurien und der Toskana. Hunderte Personen mussten wegen der Überschwemmungen ihre Wohnungen verlassen. Zwei Perlen der ligurischen Küste im Raum der "Cinqueterre" am ligurischen Meer - die Gemeinden Vernazza und Monterosso - wurden von Schlammmassen überschwemmt. Die Küstenwache suchte zwischen Vernazza und Monterosso noch nach Vermissten, die ins Meer gestürzt sein könnten. Monterosso wurde von Schlamm und Geröll bis zu drei Meter verschüttet. "Es war wie der Weltuntergang", berichteten Augenzeugen. "Monterosso gibt es de facto nicht mehr, das ganze Dorf ist weggerissen worden", klagte Bürgermeister Angelo Betta. Die Bahnlinie zwischen Genua und der Hafenstadt La Spezia blieb gesperrt, auch die Verbindung zwischen La Spezia und Parma war unterbrochen. In Ligurien hatte es stundenlang sintflutartige Niederschläge gegeben. Häuser und Brücken stürzten ein, Straßenverbindungen wurden unterbrochen. Schätzungen zufolge betragen die Schäden über 90 Millionen Euro. Im toskanischen Aulla starben drei Personen und 300 Bewohner wurden aus Sicherheitsgründen evakuiert. "Wir besitzen nichts mehr, wir haben alles verloren", sagte ein Mann, der seine Wohnung verlassen musste. Zwei Personen wurden beim Plündern evakuierter Häuser erwischt und festgenommen. Die Schulen blieben am Donnerstag in Aulla geschlossen. Auch die Hauptstadt Rom musste heftige Regenfälle ertragen. Bürgermeister Gianni Alemanno versetzte die Rettungskräfte in Alarmbereitschaft. Erst wenige Tage zuvor war Rom durch einen starken Sturm lahmgelegt worden, der vielerorts Überschwemmungen mit sich brachte.
(apa / csm) Erstellt am
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