Niessl will Bundespräsident werden: "Die Menschen sind unzufrieden"

Ein Mann mit Brille und Anzug spricht an einem Rednerpult mit ORF-Mikrofonen.
Der frühere burgenländische Landeshauptmann, Hans Niessl, spricht im ZiB2-Interview über seine Kandidatur für die Bundespräsidentenwahl 2028.

Hans Niessl bringt sich frühzeitig für die Bundespräsidentschaftswahl 2028 in Stellung. Der frühere burgenländische Landeshauptmann (SPÖ) erklärte in der ZiB2, er reagiere damit auf Zuspruch aus der Bevölkerung. „Wir brauchen als Bundespräsidenten jemanden, der mit den Vertretern aller politischen Parteien reden kann“, schilderte Niessl die Beweggründe.

"Bin Realist": Niessl rechnet nicht mit Unterstützung der SPÖ

Niessl betonte, seine Initiative sei nicht von der SPÖ ausgegangen. „Das ist eine Initiative der Menschen“, sagte er. Diese würden ihn ermutigen, auf einer überparteilichen Plattform zu kandidieren. Unterstützung habe es dabei nicht nur aus der Sozialdemokratie gegeben, sondern „durchaus auch gar nicht so wenig von der ÖVP und auch ein Teil von der FPÖ“.

"ZIB 2"-Langfassung: Ex-Landeshauptmann Hans Niessl im Interview

Mit einer offiziellen Unterstützung seiner Partei rechnet Niessl nicht. „Ich bin ja Realist“, sagte er mit Blick auf innerparteiliche Strömungen. Teile der SPÖ hätten ihm seine Positionen zur Migration oder frühere Koalitionen mit den Freiheitlichen nie verziehen. Auch seine Kritik an der Babler-SPÖ bekräftigte er indirekt: Die Partei müsse „inhaltlich diskutieren und inhaltlich eine Zustimmung für die inhaltliche Positionierung aller Bundesländer zu bekommen".

"Die Menschen sind unzufrieden"

Inhaltlich fordert Niessl einen stärkeren Fokus auf Leistung und Wirtschaft. „Wir müssen ganz einfach wieder auf Leistung setzen, wir müssen die Wirtschaft stärken, damit die Arbeitsplätze erhalten werden“, sagte er. Zentral sei eine Entlastung des Mittelstands, denn „die Menschen sind unzufrieden“, wie Umfragen und Wahlergebnisse zeigten.

Als unabhängiger Kandidat will Niessl auf Spenden setzen. Parteifreiheit sei ein Vorteil: „Ein Parteikandidat hat Parteiinteressen zu vertreten.“ Sein Verständnis des Amtes sehe regelmäßige Besuche in den Bundesländern vor. Als Bundespräsident erwarte er etwa beim Bundesheer, „dass hier natürlich auch entsprechend gehandelt wird“.

Niessl will sich auch in der Außen- und Wirtschaftspolitik stärker einbringen. Auslandsreisen müssten „vermehrt und gerade jetzt in der wirtschaftlich schwierigen Zeit“ genutzt werden, um Kontakte zu pflegen. „Wir leben in einer Zeitenwende“, sagte er und verwies auf Krieg und wirtschaftliche Stagnation.

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