So reagiert die Politik auf Wiederkehrs Bildungsreform-Pläne
Sechs Jahre Volksschule, politische Bildungsfächer ab dem 10. Lebensjahr, Mittlere Reifeprüfungen vor der Matura - es ist eine ganze Reihe von weitreichenden Umwälzungen, die Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) am Dienstag bei der Präsentation seines Plans für eine umfassende Bildungsreform.
Wiederkehr versteht den "Plan Zukunft" als "konkrete Handlungsanleitung", um Österreichs Schulen "an die Weltspitze bei der Bildung" zu führen. Die politischen Reaktionen fielen gemischt aus. Ein Überblick:
FPÖ kritisiert "Weitere PR-Show"
Als „realitätsfernes Konzept ohne konkrete Lösungen für die drängenden Probleme im österreichischen Bildungssystem“ kritisiert FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl den von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) präsentierten „Plan Z“.
FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl kritisierte Wiederkehrs Reformpläne scharf.
„Das war eine weitere PR-Show, die das vollständige Versagen bei den tatsächlichen Problemen im heimischen Bildungssystem kaschieren soll. Anstatt endlich die drängenden Herausforderungen an unseren Schulen konsequent anzugehen, präsentierte der Minister ein Konzept, das mehr Fragen aufwirft, als es beantwortet“.
Industriellenvereinigung ortet "ambitionierten Schritt"
Die Industriellenvereinigung begrüßt Wiederkehrs Plan als „wichtigen und ambitionierten Schritt für die Weiterentwicklung des Bildungssystems.
Besonders hervorzuheben sind die mutige, visionäre Ausrichtung und der umfassende Zugang, der Bildung als zentralen Hebel für gesellschaftliche Entwicklung, Wettbewerbsfähigkeit und individuelle Chancen versteht“, betont Generalsekretär Christoph Neumayer. Nun sei eine rasche Umsetzung der geplanten Maßnahmen erfolgskritisch.
Arbeiterkammer sieht "wichtige Signale" für Elementarpädagogik
AK-Präsidentin Renate Anderl sieht gute Ansätze in Wiederkehrs Reformplänen im Bildungsbereich. Dass er der Elementarbildung „endlich den Stellenwert einräumt, den sie verdient, ist ein wichtiges Signal“, so Anderl.
Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl erkennt in Wiederkehrs "Plan Zukunft" gute Ansätze.
Doch mit Worten allein sei es nicht getan: „Es braucht nun dringend bessere Rahmenbedingungen, mehr Plätze und genügend Fachkräfte, damit der Bedarf gedeckt werden kann und gute Bildung sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Eltern besser möglich werden“, betont sie.
Grüne kritisieren „Aktionismus“
„Ernüchtert“ zeigt sich hingegen die stv. grüne Klubchefin Sigi Maurer: „Innovation im Bildungssystem ist schön und gut, aber vom Ankündigen alleine wird davon nichts im Klassenzimmer ankommen. Und diese Inszenierung des Bildungsministers hilft keinem Kind und keiner Lehrerin weiter, wenn Wiederkehr keines seiner Vorhaben auf den Boden bringt.“
Maurer kritisiert die bisherigen Maßnahmen: „Während die Umsetzung zentraler Versprechen, etwa beim Ausbau von Unterstützungspersonal, unzureichend bleibt, flüchtet sich das Ministerium in Aktionismus.“
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