Coronavirus - Schwerin

© APA/dpa-Zentralbild/Jens Büttner / Jens Büttner

Meinung
01/04/2021

Wie in einem schlechten Horrorfilm vom Killervirus

Die Pandemie brachte Grenzerfahrungen mit sich - auch abseits der Gesundheit.

von Daniela Kittner

Angeblich gibt es einen chinesischen Fluch, der lautet: „Mögest Du in interessanten Zeiten leben“.

Wenn er nicht echt ist, so ist er gut erfunden. Das zeigt sich auch in dieser Pandemie. Sie bringt Randerfahrungen mit sich, die man vor einem Jahr für schlechte Horrorfilme gehalten hätte.

Zum Beispiel das Gefühl, wie es in einer modernen Diktatur zugehen könnte. Politiker verkünden per Videokonferenz, mit welchen Begründungen wir noch das Haus verlassen und wen wir treffen dürfen. Auf Polizeikontrollen in der Wohnung zu verzichten, gilt als großzügige Geste. Unternehmen werden über Nacht gesperrt., Menschen die Existenzgrundlage entzogen. Und die ständigen Kontrollen: Aus Lautsprechern plärren Ermahnungen, Präsenzlisten überall, vom Theater bis zum Heurigen am Nussberg. Apps überwachen Kontakte, und wenn man den falschen Menschen trifft, gibt’s eine Strafe.

Man will sich gar nicht ausmalen, was wäre, wenn Österreich nicht eine gefestigte Demokratie wäre, und wir den handelnden Personen und Parteien nicht vertrauen könnten, wie wir das zu Recht tun.

Beruhigend ist trotzdem, dass der Verfassungsgerichtshof ein kontrollierendes Auge auf diese Eingriffe hat.

Die Pandemie hat jedenfalls ins Bewusstsein gerufen, wie frei wir in Europa leben. Vielleicht schärft das auch die Empathie für Menschen, die anderes aushalten müssen.

Auch das Ringen der Wissenschaft mit dem Virus ist eine Grenzerfahrung, die sich vor unser aller Augen abspielt. Was, wenn sich das Virus doch nicht so schnell geschlagen gibt, wenn es sich gegen die Impfungen immunisiert? Wie lange würde unsere Wirtschaft durchhalten? Wie weit würde unsere Solidarität mit Betroffenen reichen?

Die neuen Helden unserer Zeit sind die Forscher. Und sie motivieren hoffentlich viele Junge, es ihnen nachzuahmen.

Das ist, wenn man so will, „Interessantes“ im Nachklang der Krise.

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