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Politik Inland
11/10/2019

Von welchen Ressorts die Grünen träumen

Neben Superressort für Klima wären auch Soziales und Äußeres attraktiv.

von Raffaela Lindorfer

Bekommen die Grünen ihr Superressort Klima? Ist man wirklich schon vor Weihnachten mit der Regierungsbildung fertig? Grüne und Türkise schweigen offiziell, Wünsche und Spekulationen sickerten zum Ende der Sondierungen durch.

Für das von den Grünen erträumte Super-Klimaressort wären gröbere Umstrukturierungen nötig. Landwirtschaft und Tourismus könnten aus dem Ministerium, das Elisabeth Köstinger (ÖVP) mit Umwelt und Nachhaltigkeit vereint hatte, herausgelöst werden und zum Wirtschaftsressort wandern.

Superressort Klima

Aus dem Infrastrukturministerium, das zuletzt von FPÖ-Mann Norbert Hofer geführt wurde, könnte der Verkehrsbereich (Straße und Bahn) ins Superressort eingegliedert werden. Übrig blieben Forschung und Innovation – die wünscht sich angeblich die ÖVP.

Als Super-Klimaministerin wäre Leonore Gewessler, Ex-Global 2000-Chefin, als ausgewiesene Fachexpertin wohl prädestiniert – ihr Name wird für dieses Amt derzeit am häufigsten genannt. Rudolf Anschober könnte sie aber mit seiner politischen Erfahrung übertrumpfen.

Seit 2003 ist er als Landesrat in Oberösterreich für Umwelt zuständig. Der 59-Jährige gilt intern als fix gesetzt für ein Ministeramt – es wäre die Krönung seiner Karriere.

Comeback im Außenamt?

Aufgesplittet werden könnte auch das Außenministerium, zuletzt in FPÖ-Hand. Integration wurde da nur am Rande behandelt. Die Grünen wollen aber gehörig aufstocken und könnten den Bereich ins Sozialministerium verlegen. Als Ministerin ist Astrid Rössler, ehemals Landeshauptmann-Stellvertreterin in Salzburg, im Gespräch.

Im Außenamt könnte Ulrike Lunacek ein Comeback feiern. Die 62-Jährige trat nach der Wahlniederlage 2017 zurück, war vorher aber acht Jahre lang im EU-Parlament. Bei den Grünen hat sie immer noch einen guten Stand.

Ausgerechnet Werner Kogler, Parteichef, ist der wohl kniffligste Fall. In einer türkis-grünen Regierung dürfte er Vizekanzler werden – bloß: mit welchen Agenden? Der 57-Jährige ist studierter Ökonom. Wirtschaft und Finanzen wären, so hört man, seine Wunschressorts. Die ÖVP wird ihre Schlüsselministerien aber wohl nicht hergeben.

Sympathisch wäre vielen Grünen der Gedanke, Kogler die Europaagenden (früher ÖVP) zu übertragen. Klimaschutz braucht europäische Kooperation – Kogler könnte sich außerhalb Österreichs profilieren. Ob ihnen die Türkisen aber Äußeres und Europa überlassen, ist fraglich.