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Politik Inland
09/09/2019

Vilimsky über Stenzel: "ÖVP will von Skandal-Sumpf ablenken"

Stenzel habe ja nicht wissen können, "wer da im Publikum war", sagte der FPÖ-Generalsekretär.

FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky hat ein neues Lieblings-Stichwort: Sümpfe.

Im Gespräch mit Armin Wolf in der Zib2 bemühte er es gleich mehrmals in jeweils unterschiedlichem Kontext.

Zur Teilnahme Ursula Stenzels (sie ist nicht amtsführende Stadträtin der FPÖ) an einer Kundgebung der rechtsextremen Identitären Bewegung erklärte er: „Es ist höchst unredlich, Ursula Stenzel, einer Grande Dame der Kommunalpolitik, zu unterstellen, dass sie sich in rechtsextremen Sümpfen bewege.“

Wer veranstaltet was?

Immerhin sei die Veranstaltung ja nicht von den Identitären, sondern von einem Verein zum Gedenken an das Ende der Türkenbelagerung Wien, organisiert worden. „Sie kann ja nicht wissen, wer da im Publikum ist“, erklärte Vilimsky und bemühte einen Vergleich: „Vielleicht schauen bei der ZiB2 auch gerade ein paar Identitäre zu, darum verbieten wir sie aber nicht.“

 

Moderator Wolf konterte: „Aber sie veranstalten die Zib2 nicht.“

Stenzel habe jedenfalls nichts Böses gesagt, beharrte Vilimsky. Vielmehr ortet er einen Versuch der ÖVP, von ihrem eigenen „Skandal-Sumpf“abzulenken. „Der Herr Nehammer soll sich lieber um seinen eigenen Bereich kümmern“, sagte er.

Generell bestritt Vilimsky eine Nähe der FPÖ zu den Identitären. Man wolle mit dieser "aktionistischen Truppe nichts zu tun haben", man wolle "keine Verwebungen, keine Verstrickungen mit anderen Parteien, die vielleicht andere Ziele haben". Auf ein langes Interview von Ex-Innenminister Herbert Kickl mit und ein FPÖ-Inserat in der Rechtsaußen-Postille "InfoDirekt" angesprochen, betonte er, dies sei kein Magazin der Identitären.

Ob nach so viel Streiterein nach der Wahl noch eine Koalition möglich sei? Es sei ja keine Frage „ob man sich lieb hat“, sondern ob man genügend Überschneidungspunkte mitbringe, „um den Erfolgskurs fortzusetzen“, entgegnete der FPÖ-Generalsekretär.

Richtig ungehalten wurde er, als ihm eine lange Liste von Rechtsaussagen-Äußerungen von FPÖ-Funktionären vorgehalten wurde. Es sei nicht einzusehen, dass drei Wochen vor der Wahl nicht über wichtige Themen geredet werde, sondern ein solches "Amalgam von Lokalfunktionären herangezogen" werde, zumal die FPÖ "zehnmal dementiert hat, was uns Linke Parteien als Vorwurf entgegenbringen".