Politik | Inland
30.04.2018

Ungarns Außenminister kritisiert Van der Bellen wegen Soros-Aussage

Van der Bellen sieht Kritik an Soros "völlig verfehlt". Der Bundespräsident wolle ein "mit Migranten überflutetes Österreich", kontert Außenminister Szijjarto.

Ungarns Außenminister Peter Szijjarto hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen wegen den jüngsten Aussagen über den ungarischstämmigen US-Milliardär George Soros scharf kritisiert. Van der Bellen stelle sich auf die Seite von Soros und Migranten, zitierte die ungarische Nachrichtenagentur MTI Szijjarto am Sonntagabend. Der Bundespräsident wolle ein "mit Migranten überflutetes Österreich".

Van der Bellen: Kritik an Soros "völlig verfehlt"

Szijjarto reagierte damit auf ein aktuelles "profil"-Interview, in dem Van der Bellen Soros als Vertreter der Zivilgesellschaft und einen Philanthropen bezeichnet, der Millionen in Universitäten und demokratiefördernde NGOs stecke. Die Kritik an Soros, er würde "Migrantenströme nach Europa unterstützen", ist nach Ansicht Van der Bellens "völlig verfehlt".

Szijjarto: "So sind Spekulanten"

Van der Bellen würde sich "irren", so Szijjarto, denn Soros vertrete nicht die europäischen Menschen, sondern die Migranten und vor allem seine eigenen Interessen. "So sind Spekulanten", stellte der Außenminister fest und betonte: Die ungarische Regierung schütze Ungarn vor Soros, denn dieser würde "Migranten, Chaos und Zerstörung hinterlassen".

Kampagne gegen Soros

Die rechtskonservative ungarische Regierung unter Premier Viktor Orban fährt eine Kampagne gegen den Liberalen Soros. Orban vertritt das Modell einer so bezeichneten "illiberalen Demokratie". FPÖ-Klubobmann Gudenus hatte jüngst in Unterstützung der Orban-Regierung gegen Soros erklärt, es gebe "stichhaltige Gerüchte", wonach Soros daran beteiligt sei, "Migrantenströme nach Europa zu unterstützen". Van der Bellen nannte die Aussagen von Gudenus im "profil" "einfach lächerlich".