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Politik Inland
06/21/2021

Umfragen: Mehrheit lehnt schnelleren Zugang zur Staatsbürgerschaft ab

Die SPÖ will die Hürden für Einbürgerungen senken, in zwei Umfragen wird aber eine große Skepsis in der Bevölkerung deutlich. Eine Reform bedarf Fingerspitzengefühl, sagt eine Studienautorin.

Wie eine vom Meinungsforschungsinstitut "Unique research" für profil durchgeführte Umfrage unter 500 Personen zeigt, spricht sich die Mehrheit der Österreicher gegen schnellere Vergaben von Staatsbürgerschaften aus:

Auf die Frage, ob Zuwanderer schon nach sechs (statt bisher zehn) Jahren Aufenthalt die Staatsbürgerschaft bekommen sollen, antworten 42 Prozent der Befragten mit „auf keinen Fall“, 18 Prozent mit „eher nein.“ 13 Prozent befürworten schnellere Einbürgerungen hingegen „auf jeden Fall“, 19 Prozent „eher“ schon.

Am kritischsten wird der Vorschlag von Wählern der FPÖ gesehen: 89 Prozent beantworten die Frage mit „auf keinen Fall“ oder „eher nein“. Bei befragten ÖVP-Wählern äußern sich 77 Prozent ablehnend.

Mehrheitlich positiv sehen den Vorschlag Wähler der SPÖ: 57 Prozent antworten mit „auf jeden Fall“ oder „eher ja“. 36 Prozent der SPÖ-Wähler sind wiederum gegen raschere Vergaben von Staatsbürgerschaften. (Anm.: Grüne und NEOS wegen kleinerer Stichprobengröße nicht ausgewiesen)

70 Prozent glauben an vermehrte Zuwanderung

Ein klares Nein wird auch in der Umfrage von "Research Affairs" unter 1.000 Befragten deutlich. 63 Prozent der Befragten lehnen den SPÖ-Vorschlag, den Zugang zur Staatsbürgerschaft zu erleichtern, ab.

70 Prozent vermuten, dass es durch die Umsetzung dieser Forderung zu einer vermehrten Zuwanderung in Österreich kommen würde. 25 Prozent glauben, dass die Erleichterung keinen Einfluss auf die Zuwanderung hätte. 

Laut 85 Prozent der Befragten sollte die Vergabe der Staatsbürgerschaft mit der Erbringung von Leistungen (wie zum Beispiel Deutschkursen) gekoppelt sein. 

Studienautorin Sabine Beinschab fasst die Ergebnisse folgendermaßen zusammen: "Die Staatsbürgerschaft ist für die Österreicherinnen und Österreicher ein hohes Gut. Nur wer etwas leistet und integriert ist, sollte diese laut Meinung der Bevölkerung auch erhalten. Vorschläge zur Reformierung der Vergabe bedürfen daher sehr viel Fingerspitzengefühl."

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