Strompreis als Teuerungsturbo in Österreich: Wie sinken die Energiekosten?

Ein Umspannwerk mit Strommasten und Leitungen ist hinter einem Zaun zu sehen.
Die Regierung setzt auf Wettbewerb – niedriger Verbund-Tarif von 10 Cent/kWh soll zu Anbieterwechsel führen.

Anfang Jänner erreichen die Haushalte auch die Jahresabrechnungen der Strom- und Gasanbieter. Die Energiekosten sind einer der großen Preistreiber für Bürger und Wirtschaft. Die Politik verspricht erste Maßnahmen zur Dämpfung der Kosten. Worum geht es konkret?

Bekannt ist, dass die Regierung die Netzkosten durch den Einsatz von Sondervermögen für 2026 senken konnte. Die Ersparnis ist für Haushalte nur gering, für KMU und Industriebetriebe aber durchaus substantiell. Ähnliches gilt durch den gesenkten Ökostrombeitrag und die niedrigere Elektrizitätsabgabe.

Ganz neu ist ein Hebel, den die Bundesregierung mit dem Stromanbieter Verbund, der sich im Staatsbesitz befindet,  vereinbart hat:  Der neue Tarif des Verbund  für private Stromkunden unter 10 Cent pro Kilowattstunde (kWh) ab März 2026. Dieser Tarif soll nicht nur  ein günstiges Strompreisangebot sein, Idee dahinter ist, den Wettbewerb zu stärken und  damit wiederum für günstigere Preise zu sorgen. So sieht das auch Niederösterreichs Energielandesrat Stephan Pernkopf: „Der neue Österreich-Tarif muss auch andere Stromanbieter unter Druck setzen und Bewegung bringen, die Tarife zu senken.“ Das gelte auch für die EVN, den größten diesbezüglichen Player in Niederösterreich, der mehrheitlich im Landesbesitz ist, sagte Pernkopf im Gespräch mit dem KURIER. „Wettbewerb ist gut und sollte für billigere Preise sorgen.“

Netz-Asfinag

Der Strompreis ist aber nur ein Teil der Stromrechnung – dazu kommen eben einerseits die (bereits reduzierten) Gebühren und Abgaben und vor allem das Netzentgelt. Nötig beim Netzausbau sei: „So viel wie nötig, so günstig wie möglich“, sagt Pernkopf. Er sei in Abstimmung mit Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer und dessen Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, die derzeit mehrere Möglichkeiten ausarbeiten lassen, wie eine künftige Netzfinanzierung aussehen könnte. „Da kann man an vielen unterschiedlichen Schrauben drehen“, sagt der Energie-Landesrat. Zentral sei eine bessere Abstimmung unter den Netzbetreibern. Bei der Frage der Finanzierung sei aus seiner Sicht nach wie vor  ein System einer Netz-Asfinag (ähnlich wie das Bezahlsystem  beim Autobahnbetreiber) im Gespräch als auch   Netzinfrastrukturfonds, die mit privaten Geldern   und damit zu günstigeren Zins-Konditionen arbeiten könnten. 

Wesentlich sei zuletzt aber auch eine Überarbeitung des Netzinfrastrukturplans (ÖNIP). Denn nun kommen zunehmend große Stromspeicher zum Einsatz, die Netze deutlich entlasten und so auch den Ausbau reduzieren werden. Pernkopf: „Es gibt viele richtige Schritte, aber ich fordere mehr Tempo ein. Es kann nicht schnell genug gehen.“  

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