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Politik | Inland
06/11/2019

Strache: Habe keine deutschen Medien angezeigt

Der ehemalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache dementiert die kolportierten Anzeigen gegen "Süddeutsche" und "Spiegel".

Vor etwa einer Woche wurde von einigen österreichischen Medien berichtet, dass Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) Anzeige gegen den Spiegel und die Süddeutsche Zeitung erstattet habe. Das sind jene beiden Medien, die das verhängnisvolle Ibizia-Video exklusiv veröffentlicht hatten.

Am Sonntag dementierte Strache die Berichte auf Facebook. Er behauptete, dass ihm "WIDER besseren Wissens [sic!] ein gezieltes Vorgehen gegen Medien" unterstellt werde. Seine Anzeige richtete sich demnach nicht gegen die genannten Medien, sondern gegen "Unbekannt".

Damit seien alle jene Personen gemeint, die "für die Herstellung, Verbreitung und Veröffentlichung [...] mitwirkend verantwortlich" gewesen seien, berichtigte Strache.

Allerdings stellte der Ex-FPÖ-Chef die Anzeigen in Hamburg und München, den Verlagsstandorten der beiden Medien Spiegel und Süddeutsche Zeitung.

Zugleich widersprach Strache Meldungen, wonach er sich für eine Privatisierung österreichischen Trinkwassers ausgesprochen hätte. Weder im Ibiza-Video, noch in einem anderen Zusammenhang, sei er jemals dafür eingetreten, so Strache. Vielmehr gehe es um eine Teilprivatisierung bei der man sich "um die Prozente streiten" müsse, damit Staat und Betreiber von Quellen profitieren können.

Weiterhin offen ist, ob Strache jenes EU-Mandat annimmt, dass ihm nach den EU-Wahlen faktisch zustehen würde. Sollte er darauf verzichten, würde wohl Petra Steger nachrücken. Während die FPÖ in der EU-Frage gespalten ist, sprach sich Ehefrau Philippa Strache zuletzt mehrmals dafür aus, dass ihr Mann den Job in Brüssel annimmt.