Gottfried Waldhäusl.

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Politik Inland
08/26/2019

Strache gegen Waldhäusl: Zwei wie Hund und Katz

Nachdem sich der nö. Landesrat über Heinz-Christian Strache äußerte, schlug dessen Frau Philippa zurück.

von Matthias Hofer

Es ist nicht das erste Mal, dass Philippa Strache und Niederösterreichs FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl aneinander geraten. Im Herbst 2018 zofften sich die beiden wegen Hunden, jetzt geht es um Philippas Ehemann.

Waldhäusl hatte im Oktober nach einem tragischen Zwischenfall in Wien, bei dem ein Rottweiler ein einjähriges Kind getötet hatte, eine generelle Beißkorbpflicht für Hunde gefordert. Die blaue Bundestierschutzbeauftrage Philippa Strache fuhr im daraufhin recht deutlich in die Parade.

Waldhäusls jüngsten Sager in einem Heute-Interview als Retourkutsche zu bezeichnen, ist sicher übertrieben. Deutlich war er aber, der Waldviertler. Auf die Frage, ob Heinz-Christian Strache mittlerweile eine Gefahr für die FPÖ sei, antwortete Waldhäusl: „Wie verzweifelt muss ein Mensch sein, wenn er vor dem Scherbenhaufen seines Lebenswerkes steht und dennoch jeden zweiten Tag barfuß in die Scherben tritt.“

Nachtreten

Straches Ehefrau, die auf Platz drei der Wiener FPÖ-Landesliste für die Nationalratswahl kandidiert, konterte via Facebook: „Stark! Bei einem Parteikollegen nachzutreten, wenn dieser die schlimmste Phase seines Lebens durchlebt.“ Sie erinnerte daran, dass gegen Waldhäusl ein Verfahren wegen Amtsmissbrauchs läuft – wegen möglichen Freiheitsentzuges bei der umstrittenen und inzwischen aufgelösten Asylunterkunft Drasenhofen.

Philippa Strache schreibt: „Übrigens haben diese Verfahren unter einem Bundesparteiobmann Strache begonnen ... der weder nachgetreten, noch sich sonst irgendwie unfair verhalten hat.“ Und ihr ist darüber hinaus wichtig zu betonen: „Das einzige Mal, als Heinz Christian Strache vor einem Scherbenhaufen gestanden ist, war 2005, als er die Partei mit Schulden und bei rund 3 % übernommen hat.“

Waldhäusl wollte zu Straches Wut-Posting keine Stellung nehmen.

Blauer Montag

Auf den blauen Wahlkampf in Niederösterreich hat das Scharmützel keine besonderen Auswirkungen. Auch dass beim „Blauen Montag“ , dem niederösterreichischen Wahlkampfstart der FPÖ im Bierzelt am Kremser Volksfest, ausgerechnet „The Hot Dogs“ für den musikalischen Rahmen sorgten, wird bei Waldhäusl kaum Assoziationen mit dem Beißkorb-Streit geweckt haben.

Mit dabei auch Landesparteichef Udo Landbauer und FPÖ-Klubchef Herbert Kickl, der die blaue Landesliste anführt. Der Kärntner lebt seit Jahren in Purkersdorf und soll als Spitzenkandidat für ein ordentliches Ergebnis im schwarzen Niederösterreich sorgen. Pikant: Er trifft dort auf ÖVP-Spitzenkandidat Wolfgang Sobotka, womit die Nationalratswahl ein Duell der Ex-Innenminister bringt.