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Politik Inland
01/14/2020

Kopftuchverbot für Lehrerinnen für Kogler "nicht vorstellbar"

Integrationsministerin Raab hatte "breiten Konsens" in der türkis-grünen Regierung geortet. Kogler spricht in dieser Frage von "Dissens".

Die neue Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) hat nach dem geplanten Kopftuchverbot für Mädchen bis zu 14 Jahren ein ebensolches für Lehrerinnen an öffentlichen Schulen als "möglichen nächsten Schritt" bezeichnet.

Im "Ö1-Morgenjournal" ortete sie in der türkis-grünen Regierung einen "breiten Konsens". Schließlich gehe es darum, welches Rollenbild in den Schulen vermittelt wird.Ob das Kopftuchverbot für Lehrerinnen noch in dieser Legislaturperiode kommen könnte, ließ Raab offen. In einem "ersten Schritt" werden jene Vorhaben umgesetzt, die im Regierungsprogramm vereinbart wurden - aber: "Ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen könnte ein möglicher zweiter Schritt sein."

Für Kogler "nicht vorstellbar"

Auch Bundeskanzler Kurz erklärte am Dienstag im Zuge einer Veranstaltung, ein Kopftuch für Lehrerinnen "kann ein nächster Schritt sein. Ich teile ihre (Raabs, Anm.) Einschätzung."

Vizekanzler Werner Koger (Grüne) erklärte, es stehe jedem frei, über nächste Schritte nachzudenken. "Wir hätten da aber einen Dissens, da müssten wir drüber nachdenken." Eine Ausweitung des Kopftuchverbots auf Lehrerinnen ist für Kogler "nicht vorstellbar". Das sagte er am Rande eines Medientermins am Wiener Westbahnhof. 

Integrationsministerin Susanne Raab: "Möglicher nächster Schritt"

"Gemeinsames Wertefundament"

Raab hatte im Gespräch mit Ö1 noch einen "breiten Konsens" in der Regierung geortet. Schließlich gehe es darum, welches Rollenbild in den Schulen vermittelt wird.

Das Kopftuchverbot bis 14 verteidigte Raab abermals, schließlich wolle man allen Mädchen vermitteln, selbstbewusste Frauen zu werden. Es gehe um ein "gemeinsames Wertefundament, das wir wahren müssen." Sie will mit Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) einen Weg finden, der sowohl Eltern, Lehrer, Direktorium als auch die Kinder mit einbezieht. Zunächst soll es "bewusstseinsbildende Maßnahmen" geben, bleiben diese erfolglos, sollen Sanktionen folgen.