Koller fühlt sich nicht wie 80

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Politik Inland
09/29/2019

Prominente Reaktionen auf die Wahl: "Wie ich befürchtet habe"

Von Ex-Fußballstar Mark Janko bis Musical-Diva Dagmar Koller: Wie die österreichische Prominenz auf das Wahlergebnis reagiert hat.

von Johannes Arends, Barbara Mader

Eine Nationalratswahl lässt in Österreich so gut wie niemanden kalt. Der KURIER sprach deshalb mit einigen Prominenten außerhalb der politischen Blase über das vorläufige Wahlergebnis - das Ergebnis sehen Sie hier in der Bildergalerie:

Marc Janko, Ex-Fußballer und Nationalspieler

"Ich habe das Gefühl, dass sich die Menschen wieder mehr für Politik interessieren und sich mit vielen Themen beschäftigen. Für mich ein positives Zeichen. Es gibt mehr Diskurs, wie es mit dem Land weitergehen soll. Zudem treten viele junge Menschen, die noch nicht wahlberechtigt sind, für ihre Interessen ein. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Ich fand es ehrlich gesagt schade, dass es Im Wahlkampf viel zu wenig um Inhalte gegangen ist, als vielmehr um Konstrukte und Verstrickungen in diverse Dinge. Das hatte mehr mit einem Untersuchungsausschuss als mit einem Wahlkampf zu tun. Umso interessanter finde ich daher, dass Peter Pilz den Einzug in den Nationalrat nicht geschafft hat, denn der Untersuchungsausschuss war seit jeher sein Metier. Ungeachtet dessen, wer nun mit wem eine Regierung bilden wird: Wichtig wird meiner Meinung nach sein, dass endlich konkrete Maßnahmen getroffen werden bezüglich der Umweltbelastungen. Diese Maßnahmen sollten so sozial wie möglich sein, weil sie ohnehin schmerzen werden. Das ist ganz einfach der Preis, den wir alle weltweit zahlen müssen für die Versäumnisse der letzten Jahre. Dabei wird es auch viele Grenzfälle geben, wo die Politik aufgefordert ist, für eine Abfederung zu sorgen."

Dagmar Koller, Musical-Diva

"Ich hab schon zu Helmuts Zeiten (Ehemann Helmut Zilk, †2008, Anm.) genau dagegen gewählt. Partnerschaft funktioniert nur durch Reibung. Mir gefällt der junge Mann (Kurz), ich hab ihn gewählt. Er hat viel weitergebracht und ist in der ganzen Welt herumgekommen. Mit wem er jetzt regieren wird, weiß ich nicht. Ich war in Portugal und hab nichts mitbekommen."

Thomas Schäfer-Elmayer, Tanzlehrer und Benimm-Papst

"Ich hoffe auf eine anständige Politik. Noch ist die ÖVP in der Zwickmühle. Es ist ein langer Weg. Nachdem Österreich gewählt hat, muss nun Sebastian Kurz wählen."

Thomas Raab, Autor

"Ich freue mich sehr über den Wiedereinzug der Grünen, das Erstarken der Neos, den Stimmverlust der FPÖ, zweifle aber gleichzeitig an dem Verantwortungsbewusstsein der Großparteien. Österreich braucht keine Sprengmeister mehr; nicht alle zwei Jahre Neuwahlen; weder eine Koalition, die sich vor den größten Ungeheuerlichkeiten des Partners blind stellt, noch eine, die intern zerstritten ist und das öffentlich austrägt; und bitte keine Minderheitsregierung angeführt von Personen, die sich abgesetzt dem Parlamentarismus erst gar nicht stellen wollten, nur weil die Dinge grad nicht nach dem eigenen Kopf gelaufen sind. Zusammenführen und nicht nur Führen wollen lautet die Devise. Vielleicht heißt ein Land regieren ja, gut hinhorchen zu können, nicht nur auf die eigenen Leut, sich der Meinungsvielfalt stellen, ihr gewachsen sein, mit ihr wachsen und sogar aneinander lernen wollen…"

Hans Platzgumer, Schriftsteller, Musiker und Komponist

"Lieber Gott, Gott der Liebe, nicht der Missgunst, nein, besser noch: lieber Bundespräsident, steh uns bei. Österreich hat wieder gewählt. Doch wir scheinen aus dem türkis-blauen Regierungsdisaster gelernt zu haben. Auch wenn diese Koalition erneut auf eine Mehrheit käme, so etwas darf nie wieder passieren, das ist den meisten von uns klar. Mein Stimmchen ist noch gar nicht erfasst, eine Million Briefwähler fehlen noch. Es kann nur besser werden, bergauf gehen, in die gute, neue Zeit!"

Markus Freistätter, Schauspieler

"Wer hätte geglaubt, dass die vielen 'Einzelfälle' der letzten Regierung so ein Gewicht auf das Wahlergebnis haben werden und die WählerInnen klar die Abdankung derer wollen.  Ich wünsche mir, dass sich unsere politischen Vertreter dessen bewusst sind und rasch eine Regierung bilden, die es schafft, ohne Eitelkeiten und Showcharakter zukunftsorientierte Politik zu machen."

Erwin Steinhauer, Kabarettist und Schauspieler

"Es ist das eingetreten, was ich befürchtet habe: Kurz triumphiert. Es ist aber auch eingetreten, was ich erhofft habe: Grün ist drinnen. Und wie! Die enttäuschten Blauen sind zu den Türkisen, die enttäuschten Roten zum Kogler übergelaufen. Unterm Strich bleibt: Der Österreicher ist ein rechtskonservatives Wesen."

Wolfgang Hesoun, Generaldirektor Siemens AG

"Die Wirtschaft wünscht sich eine rasche Regierungsbildung, das ist für mich das Allerwichtigste. Für die ÖVP ginge es sich alleine mit den Grünen aus. Ich hoffe, dass die Zusage von Grünen-Chef Kogler, vernünftige und machbare Lösungen zu finden, hält - und nicht nur für die Voestalpine gilt, sondern für alle wichtigen Betriebe.  Bei der SPÖ hoffe ich, dass es keine Obmanndebatte gibt, Streiterein tun nie gut."

Josef Zotter, Schokoladen-Mäzen

"Schaut so aus, als hätten wir ein gutes Ergebnis für die Zukunft. Unser Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, klimaneutral zu werden. Wenn uns die Politik dabei hilft, gut. Sonst wird es halt etwas länger dauern, bis wir das Ziel erreichen. Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann Türkis-Grün. Und dass die Grünen ihren Umweltthemen jetzt treu bleiben."

Josef Hickersberger, Ex-ÖfB-Teamchef

„Als ehemaliger Fußballer (Ex-Nationalspieler und  Ex-Teamchef, Anm.) würde ich sagen: Das Ergebnis entspricht der Papierform. Die Auszählung der Briefwahl-Stimmen erfolgt zwar erst, wird aber am Ergebnis nichts ändern. Es kommt mir jedenfalls, auch von Andalusien aus betrachtet, nicht spanisch vor.“

Martin Hagleitner, Vorstandschef Austro Email AG

"Jetzt ist es wichtig, dass der Stillstand mangels gewählter Regierung bald beendet wird und der Reformkurs der letzten Regierung fortgesetzt und keine Schubumkehr eingeleitet wird; vor allem angesichts der sich abkühlenden Konjunktur. Die signifikanten Zuwächse der Grünen sprechen für eine Koalition, aber es wird schwierig, weil Türkis und Grün liegen weit auseinander, um Wachstum und Umwelt in Einklang zu bringen."

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