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Höheres Pensionsantrittsalter? Für PVÖ-Präsidentin „sozial ungerecht“

Präsidentin Birgit Gerstorfer widerspricht Seniorenbunds-Chefin Korosec und nennt ein höheres „sozial ungerecht“.
PK ÖSTERREICHISCHER SENIORENRAT (ÖSR) "AKTUELLE SENIORENPOLITISCHE FORDERUNGEN": GERSTORFER

Für den Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) ist ein höheres Pensionsantrittsalter weiterhin tabu. Das machte dessen Präsidentin Birgit Gerstorfer (SPÖ) am Montag klar, nachdem sich Seniorenbund-Chefin Ingrid Korosec (ÖVP) diesbezüglich offen gezeigt hatte. „Das Pensionsalter an die Lebenserwartung zu koppeln, wäre sozial ungerecht und würde die Realität vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer völlig ausblenden“, so Gerstorfer.

Seniorenbund-Chefin Korosec hatte sich offen für eine Debatte über eine Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters zumindest für jene gezeigt, die später anfangen zu arbeiten. Ausschlaggebend sein dürfe aber nicht das Geburtsdatum, sondern die Berufsjahre, argumentierte sie. Dem widerspricht Gerstorfer: „Länger zu leben bedeutet nicht automatisch, auch länger gesund und voll belastbar arbeiten zu können.“ 

Besonders deutlich zeige sich das Problem am Arbeitsmarkt, wo im Juni rund 120.000 Menschen ab 50 Jahren arbeitslos oder in Schulung gewesen seien.

„Bevor über ein höheres Pensionsantrittsalter diskutiert wird, muss endlich dafür gesorgt werden, dass ältere Menschen überhaupt bis zur Pension in Beschäftigung bleiben können“, befand Gerstorfer, denn: „Nicht das Pensionssystem ist das Problem, sondern die mangelnden Chancen älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt.“ Der PVÖ fordert daher einen „grundlegenden Kurswechsel“ in der Arbeitsmarktpolitik und will auch die Unternehmen stärker in die Pflicht nehmen.

Pensionsantritt nicht an Erwerbsjahre koppeln

„Besonders kritisch“ sieht der PVÖ Vorschläge, den Pensionsantritt künftig an die Zahl der Erwerbsjahre zu koppeln. Ein solches Modell würde neue Ungerechtigkeiten schaffen, fürchtet Gerstorfer. Menschen mit längeren Ausbildungszeiten - etwa Akademikerinnen und Akademiker - würden benachteiligt. Noch stärker betroffen wären Frauen, die wegen Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen Erwerbsunterbrechungen hatten. „Wer gesellschaftlich unverzichtbare Arbeit geleistet hat, darf dafür im Alter nicht bestraft werden“, meint Gerstorfer.

Für den Pensionistenverband ist zudem entscheidend, das Vertrauen der Menschen in das öffentliche Pensionssystem zu stärken. Das gesetzliche Pensionsantrittsalter dürfe daher nicht ständig infrage gestellt oder verändert werden. 

Ebenso unverzichtbar sei der volle Erhalt der Kaufkraft der Pensionen, denn: „Die Pension ist kein Almosen, sondern eine erarbeitete Leistung.“ Deshalb müsse die Teuerung auch künftig voll abgegolten werden.

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