Jeder fünfte Erwerbstätige in Österreich fürchtet um seinen Arbeitsplatz
Mitte Jänner stellte die Dreierkoalition die Industriestrategie vor. Sie legt unter anderem fest, von welchen Schlüsseltechnologien sich ÖVP, SPÖ und Neos bis 2035 am meisten in punkto Wirtschaftlichkeit, Wettbewerbsfähigkeit oder Nachhaltigkeit erhoffen, in welchen Bereichen sich Verfahren beschleunigen und in welche mehr finanzielle Fördermittel fließen sollen.
53 Prozent der von OGM für den KURIER Befragten (1.011 Wahlberechtigte/Schwankungsbreite: +/- 3,1 Prozent) heißen es gut, dass die Dreierkoalition der Industrie eine Strategie vorgibt. 15 Prozent können der Industriestrategie nichts abgewinnen. "Eine Strategie kann nicht schaden, denke sich viele", sagt OGM-Chef und Meinungsforscher Wolfgang Bachmayer angesichts der Umfragedaten, "obwohl sie diese im Detail nicht kennen. Es klingt wohl immerhin nach einem Plan und das hat etwas Gutes".
Von deklarierten Wählern der Koalition kommt am meisten Zuspruch. 81 Prozent der ÖVP-Wähler, 64 Prozent der SPÖ-Sympathisanten und 62 Prozent der Neos-Wähler finden die Industriestrategie gut. Auch die kleinste Oppositionspartei kann der Strategie etwas abgewinnen (64 Prozent) - bei der Wählerschaft der FPÖ sind dies im Vergleich nur 33 Prozent. 26 Prozent der FPÖ-Wähler halten eine vom Staat vorgegebene Strategie für nicht gut.
Dass derzeit rund 450.000 Menschen in Österreich ohne Beschäftigung sind (Stand Anfang Februar 2026), der Stellenabbau weitergeht und Zahl der Insolvenzen steigt, bereitet auf Nachfrage "jedem Fünften, der in Beschäftigung ist, Sorge, dass auch er selbst den Arbeitsplatz verlieren könnte", so Bachmayer. Gesamt gesehen - inklusive derer, die nicht als Arbeitnehmer beschäftigt sind/die in Pension u. ä. sind - haben indes nur 11 Prozent Sorge, ohne Job dazustehen.
44 Prozent halten ihren derzeitigen Arbeitsplatz für sicher. SPÖ-Wähler erachten ihren Job als besonders krisenfest (49 Prozent), gefolgt von Wählern der FPÖ (44 Prozent), der Grünen (43 Prozent) und der Neos (42 Prozent). In Relation zu allen anderen Parteien am unsichersten fühlen sich diesbezüglich Wähler der ÖVP (41 Prozent).
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