Politik | Inland
02.05.2018

ÖVP-Studie zu NS-Vergangenheit der Mitglieder

Der Anteil der ÖVP-Mandatare mit NSDAP-Vergangenheit soll gleich hoch wie in der Gesamtbevölkerung sein.

Die ÖVP ließ die Repräsentanz von Politikern mit NS-Vergangenheit in ihren Reihen in einer Studie aufarbeiten. Ein Ergebnis daraus: Die Zahl der ÖVP-Mandatare mit einer NSDAP-Vergangenheit liegt etwa gleichauf mit der Anzahl der NSDAP-Mitglieder in der Gesamtbevölkerung.

Der Auftrag zur Erstellung der Studie erging an das Karl von Vogelsang-Institut, das den unabhängigen Historiker Michael Wladika beauftragte. Untersucht werden sollte, inwieweit Personen, die vor 1945 NSDAP-Mitglied waren, in der Zweiten Republik in verantwortlicher Funktion für die Volkspartei tätig waren. Die rund 200 Seiten umfassende Studie ist ab 2. Mai auf der Homepage des Vogelsang-Instituts veröffentlicht.

"Alte Kämpfer" oder "Illegale"

Von den 560 untersuchten Personen waren laut einer Unterlage 36 (6,4 Prozent) Angehörige der NSDAP; 17 Personen werden als Zweifelsfälle bezeichnet. Die Bandbreite der NSDAP-Mitglieder liege somit zwischen 6,4 und 9,5 Prozent. Die Anzahl der ÖVP-Mandatare mit einer NSDAP-Vergangenheit liegt damit etwa gleichauf mit der Anzahl der NSDAP-Mitglieder in der Gesamtbevölkerung (7,5 Prozent). Zwischen sechs und 16 (1,07 bis 2,8 Prozent) der untersuchten 560 Personen waren entweder "Alte Kämpfer" oder "Illegale".

Zielgruppe der Studie waren politische Funktionäre, die nach 1945 eine bedeutende Position eingenommen haben. Insgesamt wurden 560 Personen, die aufgrund ihrer Biografien potenziell zu einem Kreis zählten, bei denen eine NSDAP-Mitgliedschaft möglich schien, untersucht. Darunter waren etwa ÖVP-Regierungsmitglieder, Parlamentarier, Landtagspräsidenten oder Klubobmänner der Landtage. 63 Personen hat man sich im Detail angeschaut. Untersucht wurden Mitgliedschaften in der NSDAP, "Alte Kämpfer", "Illegale", SA, SS, NSKK (Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps) und NSFK (nationalsozialistisches Fliegerkorps).