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Politik | Inland
06/14/2019

Werner Kogler führt die Grünen in die Nationalratswahl

Nach dem Aufwind für die Grünen bei der EU-Wahl soll es der 57-Jährige nun auch auf Bundesebene richten.

Um 9.30 Uhr traten die Grünen vor die Presse. Sie gaben bekannt, dass Werner Kogler auf sein EU-Mandat verzichten und stattdessen als Spitzenkandidat bei der Nationalratswahl am 29. September antreten wird. Kogler wird sich nun beim kommenden Bundeskongress am 6. Juli um den ersten Listenplatz bewerben. 

Birgit Hebein, die designierte Wiener Vizebürgermeisterin, argumentierte die Entscheidung so: Mit 14,1 Prozent hätten die Grünen bei der EU-Wahl ein "fulminantes, rekordverdächtiges Ergebnis" eingefahren. Und Kogler sei als erster aufgestanden, "als wir eine schwierige Phase hatten".

"Der beste Spitzenkandidat"

Verkündet hat die Entscheidung letztlich Oberösterreichs Landesrat Rudi Anschober. Manche hätten auch ihn als Spitzenkandidaten vorgeschlagen, er habe sich auch ernsthaft darüber Gedanken gemacht. Aber Kogler sei der beste Spitzenkandidat der Grünen, er brenne für Grüne Werte. Anschober selbst wolle sich aber auch in den Wahlkampf einbringen.

"Der Werner ist absolut der richtige", sagte auch Birgit Krautwaschl von den steirischen Grünen.

"Größtes Comeback"

Kogler selbst trat als letzter ans Pult und begann mit den Worten "leicht ist es grad net". Damit meine er, dass die Grünen in sehr kurzer Zeit eine sehr lange Reise gemacht hätten. "Als wir am meisten gebraucht wurden, saßen wir nicht mehr im Nationalrat".

Der Steirer versprach nun aber: "Es wird das größte Comeback." Er wolle die Grünen öffnen und verbreitern und Österreich wieder in die oberste Liga in Sachen Umweltschutz bringen. "Das sind keine Luxusthemen, da geht es um Überlebensfragen."

Weiteres wichtiges Thema werde der Kampf gegen die Korruption sein. "Österreich soll ein korruptionsfreies Land werden", betonte Werner Kogler

Bezüglich einer spekulierten Zusammenarbeit mit der Liste Jetzt habe es ein Gespräch mit Parteichefin Maria Stern gegeben, "darüber wurde aber Stillschweigen vereinbart". Die Frage, ob Peter Pilz wieder zurückkehren werde, beantwortete Kogler mit einem Hinweis auf die Delegierten - diese seien nicht "heiß" auf seine Rückkehr.

Blimlinger kandidiert

Weitere Entscheidungen würden in den kommenden Wochen folgen. Offen ist nämlich noch die Frage der Doppelführung, die von der Wahl der jeweiligen Landesversammlungen abhängt. Im Raum stehen Namen wir Sigrid Maurer, Astrid Rössler und Nina Tomaselli. Zusätzlich soll noch mit prominenten Quereinsteigern gesprochen werden. 

Ihre Kandidatur für die Grünen bereits bekanntgegeben hat am Freitagvormittag Eva Blimlinger, die scheidende Rektorin der Akademie der bildenden Künste. "Ich bin gern jemand, der etwas probiert nach dem Motto 'No risk, no fun' und es wirklich gerne machen würde", so Blimlinger im APA-Gespräch. Thematisch möchte sie dort die Bereiche Kunst, Kultur, Bildung, Wissenschaft und Medien abdecken.