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Nebeneinkünfte: FPÖ stellt die meisten Spitzenverdiener im Nationalrat

13 Männer, eine Frau: Die höchste Einkommenskategorie bei den Nebeneinkünften ist klar männlich (und blau) dominiert.
Weiße Tafel mit FPÖ-Logos und den Schriftzügen „Die soziale Heimatpartei“, „Neue Freie Zeitung“ und „Bildungsinstitut“.

14 der 183 Nationalratsabgeordneten verdienen neben ihrem Abgeordnetengehalt monatlich mehr als 12.000 Euro pro Monat dazu. Der typische Spitzenverdiener ist männlich und kommt aus der FPÖ. Neun der 14 Mandatare in der höchsten Einkommensklasse sitzen im blauen Parlamentsklub, wie eine APA-Auswertung der Transparenzdaten des Parlaments zeigt. Auch unter den Abgeordneten ist der Gender Pay Gap groß: Nur eine Frau findet sich unter den Topverdienern.

Insgesamt 265 bezahlte Nebentätigkeiten haben die 183 Nationalratsabgeordneten aktuell gemeldet, wobei die Verteilung nicht gleichmäßig ist. 43 Abgeordnete gehen keiner bezahlten Tätigkeit nebenbei nach, viele andere haben aber gleich mehrere Nebenjobs. Spitzenreiter ist wie schon in den Vorjahren Axel Kassegger (FPÖ) mit insgesamt 9 bezahlten außerparlamentarischen Funktionen, dahinter folgt Andreas Minnich (ÖVP) mit 7.

Die Frist für die verpflichtende Meldung der Höhe der Einkünfte aus diesen Nebenjobs endet am Dienstag. Dazu ordnen sich die Abgeordneten in eine von fünf Einkommenskategorien ein. Wer im Vorjahr mehr als 12.000 Euro monatlich zusätzlich zum Abgeordnetengehalt von aktuell 10.351 Euro dazu verdient hat, fällt in die oberste Kategorie.

Blaue Parteifunktionäre unter Topverdienern

Die lukrativsten Nebenjobs haben demnach die beiden blauen Generalsekretäre Christian Hafenecker und Michael Schnedlitz, Klubdirektor Norbert Nemeth, die Notare Harald Stefan und Volker Reifenberger, der Rechtsanwalt Christian Ragger, der Apotheker Gerhard Kaniak sowie die Unternehmer bzw. Manager Maximilian Weinzierl und Arnold Schiefer (alle FPÖ).

Der einzige Topverdiener bei der SPÖ ist der Gewerkschafter Franz Jantscher. Aus den Reihen von ÖVP und NEOS fallen je zwei Abgeordnete in die höchste Einkommenskategorie: Wirtschaftsbund-Generalsekretär Kurt Egger, der Genossenschaftsverbands-Vorsitzende und Unternehmer Peter Haubner, der Banker Christoph Pramhofer sowie die Managerin Karin Doppelbauer. Die NEOS-Abgeordnete ist die einzige Frau unter den Spitzenverdienern im Nationalrat. In der zweithöchsten Kategorie sind es mit vier von 22 weniger als ein Fünftel Frauen.

Viele Gutverdiener auch bei ÖVP und SPÖ

Viele Gutverdiener finden sich auch bei ÖVP und SPÖ: Jeweils neun Abgeordnete der beiden Fraktionen fallen in die zweithöchste Einkommenskategorie, das heißt, sie verdienen monatlich zwischen 8.001 und 12.000 Euro dazu. Bei FPÖ und NEOS sind es je zwei Mandatare. Am wenigsten verdienen die Grünen Abgeordneten mit Nebenjobs dazu: Niemand im Klub verdient mehr als 4.000 Euro monatlich zusätzlich. Die Hälfte der Abgeordneten hat gar kein Zusatzeinkommen.

Bei der Art der Jobs zeigt sich ein breites Spektrum: 57 Abgeordnete sind in der Kommunalpolitik tätig, 15 sind Bürgermeisterin oder Bürgermeister ihrer Gemeinde. 26 Abgeordnete führen Unternehmen, die ihnen selbst gehören oder an denen sie beteiligt sind. 16 sind in der Landwirtschaft tätig, 17 arbeiten für Parteien oder parteinahe Organisationen, 21 arbeiten im Öffentlichen Dienst.

Auch 902 ehrenamtliche Nebentätigkeiten gemeldet

Neben den bezahlten Nebentätigkeiten sind viele Abgeordnete auch ehrenamtlich aktiv. 170 der Abgeordneten meldeten insgesamt 902 leitende ehrenamtliche Nebentätigkeiten. Am engagiertesten ist hier der ÖVP-Klub mit 6,6 ehrenamtlichen Funktionen pro Kopf, dahinter folgt die SPÖ mit 6,1 und die FPÖ mit 4,4 im Schnitt. Spitzenreiter sind zwei Frauen: ÖVP-Abgeordnete Elisabeth Scheucher-Pichler sowie Katrin Auer (SPÖ) mit jeweils 19 ehrenamtlichen Positionen.

ÖVP und SPÖ nutzten die Meldung der Einkommenshöhe bereits am Montag für Kritik an den Freiheitlichen. „Blaue Gagenkaiser ohne Gegenleistung“, spottete der Generalsekretär der Volkspartei, Nico Marchetti, in einer Aussendung und warf der FPÖ vor, „unehrlich und scheinheilig“ zu sein, wenn sie Neiddebatten vom Zaun breche und gegen das System hetze. Ins selbe Horn stieß SPÖ-Vizeklubchefin Julia Herr: „Im Parlament blockieren, draußen kassieren - das ist der wahre blaue Leistungsgedanke der FPÖ.“

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