Nationalrat: Opposition mit Entlastungspaket unzufrieden

SP-Budgetsprecher Jan Krainer (r.), Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP)
Neos anerkennen Abschaffung der Kalten Progression.

Das von den Neos gewählte Thema "Kalte Progression" war Dienstag der perfekte Anlass, im Nationalrat das Entlastungspaket der Regierung einer ersten Bewertung zu unterziehen. Während es zumindest Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger noch einigermaßen freundlich bewertete, stieß es bei SPÖ und Freiheitlichen auf harsche Kritik.

Die Kritik von SP-Finanzsprecher Jan Krainer fußte vor allem darauf, dass durch das Paket kein einziger Preis sinke und kein einziger Profiteur dadurch eine höhere Steuer zahle. Zu 85 Prozent zahlten es sich Pensionisten und Arbeitnehmer selbst, statt dass man sich beispielsweise von der OMV Übergewinne hole. Zudem werde mit Einmalzahlungen strukturell die falsche Antwort gegeben, habe man doch eine dauerhafte Teuerung. Damit sei es kein großer und vor allem kein nachhaltiger Entwurf.

FPÖ-Klubchef Herbert Kickl erkannte ein "unglaublich kompliziertes Paket", an Stelle dessen besser ein "Tritt-zurück-Paket" der gesamten Regierung präsentiert worden wäre. Denn dieses hätte den Weg frei gemacht für eine echte Bekämpfung der Ursachen der Teuerung. Damit meinte er die "unverantwortliche Corona-Maßnahmen-Politik mit Dauer-Lockdowns" ebenso wie das "Knieschuss-Öl- und Gasembargo" gegen Russland.

Nationalrat: Opposition mit Entlastungspaket unzufrieden

Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger

Dass die Kalte Progression abgeschafft wird, schrieb Meinl-Reisinger unter anderem der "guten Oppositionsarbeit" der Neos zu. Dass der Schritt gesetzt wird, sei "nicht nichts". Jetzt müsse man hoffen, dass die Regierung halte und der Traum nicht wieder zerplatze. Abgesehen davon hätte es Meinl-Reisinger bevorzugt, wäre die Kalte Progression rückwirkend abgeschafft worden, statt mit Bonuszahlungen wieder die Gießkanne zu betätigen.

Lange versprochen ...

Die Koalition rühmte sich im Gegenzug mit Superlativen. VP-Klubchef August Wöginger freute sich über ein "riesiges Entlastungspaket". Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) meinte: "Was viele Generationen versprochen haben, kommt jetzt." Die Regierung setze auf zeitgemäße Schwerpunkte wie die ökosoziale Steuerreform und faire Lösungen für die Menschen wie die heute gesetzten Maßnahmen.

Seitens der Grünen hob Jakob Schwarz auch hervor, was nicht beschlossen wurde: nämlich eine Senkung der Mineralölsteuern sowie der Abgaben auf fossile Energien. Stattdessen stütze man direkt die Einkommen und setze im Gegensatz zu Deutschland unwirksame Maßnahmen nicht.

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