Grasser-Anwalt Manfred Ainedter, Walter Meischberger, Karl-Heinz Grasser

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Politik Inland
09/09/2020

Meischberger: "Rotensteiner" war Grassers Deckname

Kein Zusammenhang mit Raiffeisen-Banker Walter Rothensteiner, sondern: "Der, auf den die Roten Steine werfen".

Der Zweitangeklagte im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Walter Meischberger, hat heute vor Gericht den Namen "Rotensteiner" als "Decknamen" fĂŒr Grasser aufgeklĂ€rt. Der Name sei von der gemeinsamen SekretĂ€rin Grassers und von ihm kreiert worden. "Rotensteiner"  - das sei "der, auf den die Roten Steine werfen", sagte Meischberger.

Außerdem sei damals der Raiffeisen-Banker Walter Rothensteiner sehr bekannt gewesen. Mit ihm habe der Name aber nichts zu tun, es sei nur ein Deckname fĂŒr Grasser gewesen, meinte Meischberger heute. Er glaube nicht, dass Grasser davon gewusst habe. Die SekretĂ€rin habe den Namen erfunden, weil man einen Namen gesucht habe, mit dem man Grasser unerkannt bezeichnen könne, sie wisse es jetzt aber nicht mehr, sagte Meischberger. "Wir haben damals in einer naiven Vorgangsweise geglaubt, dass wir so bei Abhörungen seinen Namen nicht verwenden."

Rechtsstreit um Villa in Döbling

Richterin Marion Hohenecker hat heute mehrere Telefonmitschnitte von Meischbergers GesprĂ€chen im Gerichtssaal vorgespielt. Auch Telefonate zwischen Meischberger und dem Unternehmer S., der Meischberger eine Million Euro zur Begleichung seiner Steuerschuld aus der Buwog-Provision borgte und spĂ€ter dessen Haus verkaufte, wurden heute abgespielt. In seinem Tagebuch schrieb Meischberger damals, wie erfreut er ĂŒber das Hilfsangebot von S. sei. "Unglaublich wie der Mann zu mir hĂ€lt. Es ist ein wunderbares GefĂŒhl", notierte er im Tagebuch. Wie die gestrigen Zeugeneinvernahmen zeigten, kam es aber schon ein Jahr nach der GeldĂŒberlassung an Meischberger zu einem Bruch mit S. Ein jahrelanger Rechtsstreit um Meischbergers Villa in Döbling folgte. Jetzt ist Meischberger diesbezĂŒglich wegen Betrugs angeklagt, er weist alle VorwĂŒrfe zurĂŒck.

Meischberger unterhielt sich damals, zu Jahresanfang 2010, telefonisch detailreich mit dem nunmehr mitangeklagten Makler Ernst Plech und mit einem Banker in Liechtenstein ĂŒber Hausdurchsuchungen und Ermittlungsschritte und andere Beschuldigte. Dabei habe er auch ĂŒber das damals neue iPhone geredet, und daran sehe man, wie lange das "Theater" schon dauere, warf Meischberger ein. "Sie wollen aber jetzt nicht meine Gerichtsverhandlung ein Theater nennen", hakte die Richterin nach. Meischberger verneinte, er habe die Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) gemeint.

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