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Politik Inland
11/02/2021

Mehr als 300 Intensivpatienten: Regeln werden weiter verschärft

Die Lage ist so angespannt wie 2020. Spielraum für Ungeimpfte wird eingeschränkt.

von Christian Willim

Für Freitag beruft Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) einmal mehr die Landeshauptleute zu einem Krisengipfel ein. Das Treffen, das dieses Mal nicht virtuell, sondern wieder persönlich stattfinden soll, dürfte mit einer weiteren Erhöhung des Drucks auf Ungeimpfte enden.

Denn die Corona-Lage in den Krankenhäusern spitzt sich zu – mit besorgniserregenden Parallelen: Wie bereits im Herbst 2020 wurde auch heuer von 1. auf 2. November die Marke von 300 mit Covid-Patienten belegten Intensivbetten überschritten – 317 waren es am Dienstag.

Damals sollte ein „Lockdown light“ für Gastronomie, Tourismus und Kultur, dem kurz danach der harte Lockdown folgte, die Überlastung der Spitäler verhindern. Impfstoffe standen in der zweiten Welle noch nicht zur Verfügung.

In der nunmehr vierten Welle hingegen sollen Beschränkungen vorrangig nur noch jene Menschen treffen, die weder geimpft noch genesen sind. Mit dem Überschreiten der 300-Betten-Grenze treten gemäß Corona-Stufenplan am kommenden Montag automatisch entsprechende Verschärfungen in Kraft.

Nächster Krisengipfel

Wird der nächste Schwellenwert von 400 Corona-Intensivpatienten bis dahin erreicht, „treten Stufe 2 und 3 zeitgleich in Kraft“, erklärte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein am Dienstag bei einer Pressekonferenz zum „dritten Stich“.

Beim Bund-Länder-Treffen am Freitag könnte diese Maßnahme auch beschlossen werden, wenn die 400er-Marke noch nicht erreicht ist. Für Ungeimpfte bzw. Nicht-Immunisierte wird es aber in jedem Fall ungemütlicher.

Die Stufe 2 des Corona-Stufenplans ist bereits erreicht. Ab Montag gilt damit in der Nachtgastro sowie bei Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze und mit mehr als 500 Besuchern die 2-G-Regel – Einlass also nur für Geimpfte oder Genesene.

In Stufe 3 (ab 400 Intensivbetten) soll es überall dort, wo derzeit ein 3-G-Nachweis notwendig ist, nur noch mit 2,5-G (geimpft, genesen oder PCR-getestet) Zutritt geben. Wann das auch für den Arbeitsplatz der Fall sein wird, ist in Diskussion.

Die von mehreren Bundesländern angekündigten Verschärfungen für Veranstaltungen und in der Nachtgastronomie nach Wiener Vorbild werden durch das Zünden von Stufe 2 nun bundesweit zur Regel. Vorarlberg zog deshalb am Dienstag vorerst nur bei der Ausdehnung der FFP2-Maskenpflicht auf den gesamten Handel nach.

Sie soll wie auch in Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich und der Steiermark ab Montag gelten. In Kärnten ist das schon ab Donnerstag der Fall, in Salzburg und Wien bereits umgesetzt.

Salzburg schlägt härteren Weg ein

Salzburg kündigte am Dienstag für kommenden Montag weitere Verschärfungen an. 3-G wird durch 2,5-G ersetzt. Als Testnachweis für den Zutritt zu Gastro, Hotellerie oder Veranstaltungen gilt nur noch der PCR-Standard – auch für den Arbeitsplatz.

Trendumkehr nötig

Geht die Infektionskurve österreichweit weiter steil nach oben, ist auch mit mehr Intensivpatienten zu rechnen. „Wenn wir die Entwicklung nicht bald umdrehen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir bei 500 oder 600 sind“, sagt Peter Klimek vom Complexity Science Hub in Wien.

Beim Erreichen der 500er-Marke (Stufe 4) dürfen Nicht-Immunisierte auch getestet nicht mehr in Lokale oder zu Veranstaltungen. Ab 600 Corona-Patienten auf Intensivstationen sollen laut Regierung Ausgangsbeschränkungen für Menschen, die weder geimpft noch genesen sind, verhängt werden (Stufe 5).

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