Test

© Kurier/Franz Gruber

Politik Inland
11/20/2020

Massentests starten in Österreich mit Pädagogen am 5. Dezember

Kurz vor Weihnachten ist dann eine breit angelegte Testreihe für die gesamte Bevölkerung geplant.

Die Pläne für die geplanten Corona-Massentests in Österreich sind fertig. Am ersten Dezember-Wochenende werden am Samstag und Sonntag (5./6.) und somit zum Ende des harten Lockdowns alle Landes- und Bundeslehrer sowie Kindergartenbetreuer (rund 200.000 Personen) getestet. Am 7. und 8. Dezember folgt dann die Testung aller 40.000 Polizisten. Kurz vor Weihnachten ist dann eine breit angelegte Testreihe für die gesamte Bevölkerung geplant. Die Teilnahme ist aber freiwillig.

Dazu Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne): "Klar ist: Damit Testungen epidemiologisch sinnvoll sind, müssen diese mehrmals wiederholt werden. Sie müssen außerdem niederschwellig und gratis zugänglich und auf freiwilliger Basis erfolgen." 

In weiterer Folge sei dadurch eine schnelle Absonderung der Personen und damit verbunden eine Unterbrechung der Infektionsketten gegeben. Entscheidend sei, "dass durch die Tests kein falsches Sicherheitsgefühl entsteht, sondern dass sie nicht als Ersatz, sondern als zusätzliche Maßnahme zu Abstand, MNS und Hygiene angenommen werden. Denn sie stellen immer eine Tagesaufnahme dar.“

Laut Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) soll den Menschen so ein Weihnachtsfest im engen Familienkreis ermöglicht werden. "Wir können schnell eine hohe Zahl an infizierten Personen lokalisieren und somit noch stärker die Infektionsketten durchbrechen. Massentests waren bisher nicht möglich, sind aber jetzt eine effiziente Alternative zu Lockdowns von mehreren Wochen." Schon jetzt bitte er die Bevölkerung, dieses bundesweite Projekt zu unterstützen und sich daran zu beteiligen.

Zur Vorbereitung der Massentests vor Weihnachten werden ebenfalls in der ersten Dezemberwoche in ausgewählten Gemeinden mit hohen Inzidenzwerten Gratis-Testungen an der Bevölkerung durchgeführt. Zu Beginn des neuen Jahres ist eine zweite Massentest-Reihe im ganzen Land geplant, gab die Regierung am Freitag bekannt. 

Das gesamte Pflegepersonal an Kliniken und in Alten- und Pflegeheimen muss jetzt schon wöchentlich getestet werden. Davon sind gewisse Berufe der Sozialen Dienste nicht umfasst, wie z.B. Essen auf Rädern. Die sollen im ersten Pilotdurchgang um diese Gruppen erweitert werden.

Dass mit Lehrpersonen gestartet wird, freut Bildungsminister Heinz Faßmann. "Mit den geplanten Massentests können wir die Gesundheit unserer Lehrkräfte schützen und gleichzeitig in einen sicheren Schulbetrieb nach dem Lockdown starten", erklärt er. 

Auch der oberste Lehrervertreter Paul Kimberger steht freiwilligen Massentests für Pädagogen am Wochenende vor der geplanten Schulöffnung offen gegenüber. "Grundsätzlich halte ich das Angebot, sich freiwillig testen zu lassen für positiv", so der Vorsitzende der ARGE Lehrer in der GÖD zur APA. "Das gibt mehr Sicherheit." Allerdings müsse man in der kommenden Woche noch Gespräche führen, wie die Organisation und Logistik ablaufen solle. "Da ist ja noch alles weitgehend offen.

Sieben Millionen Tests gekauft

Sieben Millionen Antigen-Schnelltests wurden bereits bestellt, weitere Bestellungen sind in Planung. Die Kosten für die ersten sieben Millionen Tests belaufen sich auf 50 Millionen Euro. Zur Anwendung kommen Tests der Firmen Roche (vier Millionen Tests) und Siemens (drei Millionen Tests). Die Probenentnahmen soll ausschließlich von geschultem Gesundheitspersonal durchgeführt werden. Das Ergebnis liegt nach etwa 15 Minuten vor.

Logistisch und organisatorisch soll das Verteidigungsministerium die Tests abwickeln. Auch Sanitäter werden zur Durchführung der Tests herangezogen. Insgesamt wird das Bundesheer mit mehreren tausend Soldaten die Abwicklung der Massentests unterstützen. Die personelle Einteilung obliegt dem Bundesheer.

Neben dem Bundesheer werden zur Durchführung der bundeweiten Tests die Gesundheitsbehörden, Blaulichtorganisationen, Feuerwehren sowie freiwillige Helfer im Einsatz sein, heißt es seitens der Bundesregierung. 

Das Gesundheitsministerium werde - in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden auf Länder- und Bezirksebene - mit umfassender medizinischer und epidemiologischen Kompetenz unterstützen und die erforderlichen gesundheitsbehördlichen Prozesse im Rahmen der Massentestung sicherstellen.   

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