Politik | Inland
24.08.2018

Mahrer: "Habe Ausmaß des Fachkräftemangels unterschätzt"

Wirtschaftskammerpräsident nennt humanitäres Bleiberecht als mögliche Lösung für "hoch motivierte" Lehrlinge ohne Asylgrund.

Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer (ÖVP) verteidigt seine Bestellung zum Nationalbankpräsidenten und sorgt mit einer wirtschaftspolitischen Aussage für Staunen. "Was ich unterschätzt habe, ist das Ausmaß des Fachkräftemangels, der den Betrieben unter den Nägeln brennt", sagte Mahrer im Standard.

Neos-Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn kommentierte diese Äußerung im Internet prompt mit den Worten: "So geht es einem Präsidenten, wenn man von Unternehmertum und Praxis nichts versteht."

Die Kritik von Ex-ÖVP-Chef und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner an der Bestellung von ihm zum Nationalbankpräsidenten wollte Mahrer nicht kommentieren. Eine Unvereinbarkeit seiner Kontrollfunktion in der Nationalbank mit seiner Rolle als Bankenvertreter in der Wirtschaftskammer sieht Mahrer nicht. "Die Notenbank muss eine unabhängige Institution sein, das ist auch mir sehr wichtig", sagte er.

Mahrer meinte zur Kritik von prominenten Wirtschafts- und Politikvertretern, auch aus den Reihen der ÖVP, zu der Abschiebung von Lehrlingen, zwar dass das Recht eingehalten werden solle, aber man ein humanitäres Bleiberecht aussprechen könnte. "Um eine Lösung für hoch motivierte Lehrlinge mit guten Deutschkenntnissen zu finden, bin ich mit der Regierung im Gespräch", betonte Mahrer.