Politik | Inland
21.06.2018

Löger will der FMA Kompetenzen entziehen

Finanzminister plant neue Zuständigkeiten bei der Bilanzpolizei.

Die Finanzaufsicht ist zuletzt 2017 reformiert worden. Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) will sie aber weiter umbauen. Die Reform stellte der Politiker kürzlich für die Zeit nach der heimischen EU-Ratspräsidentschaft in Aussicht. Verglichen zur aktuellen Struktur seien einschneidende Veränderungen geplant und der Finanzmarktaufsicht (FMA) werde Macht entzogen werden, schreibt nun "Die Presse".

Freilich sind derzeit Details noch offen. Fix ist laut dem Zeitungsbericht aber immerhin schon, dass es beim Enforcement, also der Bilanzpolizei, neue Zuständigkeiten geben wird. Demnach solle die FMA künftig nichts mehr mit der Rechnungslegungsprüfung von börsenotierten Unternehmen zu tun haben.

"Wir werden die Rechnungslegungsprüfung aus der FMA herauslösen und diese Aufgabe der Abschlussprüferaufsichtsbehörde (Apab) übertragen", zitiert die Zeitung Löger. Diese habe alle Voraussetzungen und das Know-how, um diese Aufgabe bestens zu erfüllen. Wie bisher soll die Prüfstelle für Rechnungslegung (OePR) die laufenden Prüfungen der Unternehmen durchführen. "Das wird auch zur Entlastung der Nerven der geprüften Unternehmen führen, denn zwischen OePR und FMA hat es dauernd Auseinandersetzungen gegeben", so Löger.

Der Finanzminister glaubt, dass die Zusammenarbeit zwischen der künftig zuständige Behörde, der Apab, und der Prüfstelle besser und vor allem friktionsfrei ablaufen wird, schreibt "Die Presse". Die Apab gibt es in dieser Form seit 2016 und war bisher ausschließlich für die Qualitätskontrolle für Abschlussprüfer und Prüfungsgesellschaften zuständig.