© APA - Austria Presse Agentur

Politik Inland
03/27/2020

Wie gehts weiter mit Corona? "Müssen bis Ostern einstellig werden"

Gesundheits- und Innenminister erläuterten die neuesten Zahlen. Neue Verschärfungen kommen nicht, aber mehr Tests.

von Michael Bachner

Mit der allseits erwarteteten Zwischenbilanz zur Corona-Krise konnten Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Innenminister Karl Nehammer am Freitag noch nicht aufwarten. Diese werde am Montag gezogen. Auch neue Ausgangsbeschränkungen werde es vorerst nicht geben.

Dafür kündigte Anschober den vermehrten Einsatz von Antikörper-Tests an, um Schwerpunkttestungen etwa von Pflegekräften durchführen zu können. Was diese Antikörper-Schnelltests angeht, erwartet Anschober einen Einsatz in zwei bis drei Wochen.

Stand Freitagfrüh: 7040 Erkrankte

International gesehen kommen derzeit sehr gute Signale aus China. „Dramatisch“ seien hingegen die ungewöhnlich hohen Todesfälle in Italien und Spanien, sagte Anschober.

Die Situation in Österreich sei: Bisher gebe es 7.040 positive Testergebnisse, 58 Personen sind an den Folgen des Coronavirus gestorben, 225 wieder genesen. Positiv wertete er, dass man bei den Krankheitsfällen punktgenau bei den Prognosen liege.

Die 7040 Erkrankungen seien ein Plus um 18 Prozent in den vergangenen 24 Stunden. Anschober: „Das zeigt, dass die Maßnahmen zu wirken beginnen, aber wir sind noch weit von unseren Zielen entfernt. Wir müssen bis Ostern in den mittleren einstelligen Wachstumsbereich kommen."

Nur 12 Asylwerber pro Tag

Der Innenminister erläuterte vor allem die Sicherheitslage im Land und wandte sich scharf gegen die Verbreitung von Falschmeldungen.

"Der Großteil der Menschen, die in Österreich leben, halten sich weiterhin an die Ausgangs- und Bewegungsbeschränkungen. Aber wir müssen jetzt  durchhalten. Jeder Einzelne ist ein Lebensretter. Wir müssen aber das hohe Niveau der Disziplin aufrechterhalten, um die Kurve abzuflachen", so Nehammer.

Die, die sich nicht daran halten, seien "Lebensgefährder", wetterte Nehammer gegen Spukattacken auf Polizisten oder "Corona-Parties". „Allein der Begriff ist an Schwachsinnigkeit nicht zu überbieten." Und: „Die, die sich an die Ausgangsbeschränkungen halten, dürfen nicht die Dummen sein.“

Nehammer wehrt sich aber auch gegen Fake-News und bewusste Falschnachrichten, etwa dass es mehr Asylwerber im Land gebe.

Traiskirchen, Bergheim und ganz Tirols seien derzeit wegen der Quarantäne nicht zu nutzen. Daher müssten bestehende andere Bundeseinrichtungen hochgefahren werden. An der Anzahl der Asylwerber habe sich aber nichts geändert. „Wir haben derzeit maximal 12 Asylwerber am Tag.“ Nehammer hält fest: „Das sind die geringsten Zahlen seit ewigen Zeiten. Hier die Menschen zu beunruhigen und von einer Migrationskrise zu sprechen, ist verantwortungslos.“

 

Dauer der Schulschließungen offen

Noch keine Entscheidung gebe es, wie lange die Schulen geschlossen bleiben werden, betonte Anschober zu Gerüchten, in denen von einer Dauer bis zum Schulschluss im Sommer die Rede ist. Das wichtigste sei, die tägliche Zuwachsrate auf vier oder fünf Prozent herunterzubekommen. Dann entschiede man, welche Maßnahme wie lange und in welcher Intensität aufrecht bleibe.