ANSCHLAG IN WIEN: TATORT IN DER SEITENSTETTENGASSE

© APA/GEORG HOCHMUTH / GEORG HOCHMUTH

Politik Inland
11/02/2021

Schallenberg: "Der Terror wird uns nicht spalten"

Das offizielle Österreich erinnert heute an die Geschehnisse der Allerseelennacht vor einem Jahr. Vier Menschen starben, zwei Dutzend wurden teils schwer verletzt.

"Diese Stadt ist stark und diese Stadt zeigt, dass auch in Krisensituationen das Zusammenstehen, das Miteinander im Vordergrund stehen,“ sagt Wiens Bürgermeister Michael Ludwig anlässlich des ersten Jahrestages des Terroranschlags von Wien. Am Vormittag gedachte Wiens Stadtregierung gemeinsam mit Hinterbliebenen und Angehörigen der Geschehnisse vor einem Jahr. Vier Menschen starben am Allerseelentag 2020, dutzende Menschen wurden verletzt.

"Es gibt keine Worte, die angemessen wären angesichts dessen, was hier draußen vor dieser Kirche passiert ist vor einem Jahr", befand Bundespräsident Alexander Van der Bellen in seiner Rede. Alles was er tun könne, sei, den Angehörigen die tief empfundene Anteilnahme im Namen der Republik Österreich auszudrücken. Nichts könne dafür entschädigen und wieder gutmachen, was geschehen sei.

Der Bundespräsident nannte die Vornamen der getöteten Opfer, Gudrun, Nedzip, Qiang und Vanessa. Jeweils vier Kerzen, die am Altar sowie am Aufgang zum Altarraum postiert worden waren, erinnerten ebenfalls an sie. Van der Bellen hob auch das Leid der Verletzten hervor und dankte der Exekutive: "Sie haben uns alle verteidigt." Er würdigte auch jene Menschen, die in der Terrornacht Passanten geholfen haben.

Sympathisanten sowie Unterstützern des Täters wolle er sagen: "Sehen sie genau her." Am Ende sei es immer ein Mensch, der einem anderen Menschen etwas antue. "Am Ende bleibt es kalter Mord", sagte Van der Bellen.

Schallenberg: "Tief empfundenes Mitgefühl"

Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) zeigte sich überzeugt: "Der 2. November ist ein Datum, das in Österreich nie wieder indifferent sein wird. Nicht für uns als Gesellschaft, aber schon gar nicht für diejenigen, denen an diesem Tag ein Familienmitglied, ein Freundin, ein Freund, ein geliebter Mitmensch brutal entrissen wurde." Es sei jener Tag, an dem der Terror auch in Österreich seine "Fratze" gezeigt habe.

Auch er hielt fest, dass man sich kaum ausmalen könne, was die Hinterbliebenen im vergangen Jahr durchlitten hätten. Ihnen allen gelte das tief empfundene Mitgefühl. Die Gedanken seien auch bei all jenen, die durch den feigen Anschlag verletzt wurden und die noch heute darunter leiden würden. Der Kanzler verwies jedoch ebenfalls darauf, dass die Gesellschaft damals zusammengehalten habe.

Man werde, so beteuerte Schallenberg, Intoleranz nicht tolerieren - egal, ob die Radikalisierung aus dem In- oder dem Ausland komme, egal, ob sie online oder offline geschehe: "All jenen, die versuchen Hass und Zwietracht zu säen, muss klar sein, dass sie die volle Härte des Gesetzes spüren werden." Ihnen müsse ganz klar gesagt werden, dass Hass, Intoleranz und Extremismus keinen Platz in der offenen, pluralistischen Gesellschaft hätten. Es dürfe dem Terror nicht gelingen, die Gesellschaft zu spalten.

Auch Vizekanzler Kogler sprach via Twitter den Angehörigen und Hinterbliebenen der Opfer sein Mitgefühl aus. Gleichzeitig erinnerte er an die Einsatzkräfte, das medizinische Personal und mutige Passanten mit Zivilcourage - und an jene in Wien, die in „einer Notsituation mit offenen Türen und offenen Herzen Zuflucht geboten haben“.

Für den Dritten Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ) haben die „blutigen Ereignisse eine tiefe Wunde in Österreich geschlagen und eine deutliche Narbe hinterlassen“. Seine Gedanken seien bei den Opfern des „bestialischen Mörders, deren Hinterbliebenen, bei den zahlreichen Verletzten, aber auch den Helden dieser Nacht“, erklärte Hofer, der ebenfalls an der Gedenkveranstaltung teilnehmen wird. SOS Mitmensch rief in einer Aussendung am Dienstag anlässlich des Jahrestages dazu auf, „durch Ablehnung von Hassideologien und durch das Stärken der Fundamente unserer Republik dem Terror in Österreich keine Chance zu geben“.

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