Umfrage an Österreichs Schulen: Ergebnis ist besorgniserregend
Hälfte der Pädagogen fühlt sich unter Druck, viele Schüler ebenfalls betroffen.
Zusammenfassung
- Rund 50 Prozent der Lehrer fühlen sich durch ihre Arbeit unter Druck.
- Viele Schüler sind psychisch belastet, teils mit Auswirkungen aufs Lernen.
- Social Media gilt als wichtigster Belastungsfaktor.
Eine aktuelle Umfrage zeigt eine hohe psychische Belastung bei Lehrkräften und Schülern in Österreich. Laut der Erhebung des Österreichischen Bundesverlags Schulbuch und der Universität Linz fühlt sich rund die Hälfte der befragten Lehrer durch ihre Arbeit unter Druck, in Sonderschulen sind es sogar 75 Prozent.
Als häufigste Ursachen nennen die Pädagogen administrative Aufgaben, zu große Klassen sowie den Umgang mit unterschiedlichen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler. Auch individuelle Förderung, Schulentwicklungsarbeit und fehlende Pausen werden als belastend beschrieben.
Gleichzeitig sehen viele Lehrkräfte ihre Tätigkeit als sinnstiftend. Zwischen 86 Prozent an Berufs- und 68 Prozent an Sonderschulen geben an, Sinn und Bedeutsamkeit in ihrem Leben zu erleben. Studienautor Christoph Helm hält fest, dass viele Lehrkräfte ihre Arbeit als sinnvoll empfinden, gleichzeitig aber unter erheblichem Druck stehen.
Auch bei den Schülern sehen die Befragten eine hohe Belastung. Jede zweite Lehrkraft geht davon aus, dass mindestens 40 Prozent ihrer Schülerinnen und Schüler betroffen sind. Ein Drittel schätzt den Anteil sogar auf mindestens 60 Prozent. Ein Viertel der Pädagogen sieht dadurch auch Auswirkungen auf das Lernen.
Als wichtigste Faktoren gelten laut Umfrage Smartphones und Social Media. 80 Prozent der Lehrkräfte gehen davon aus, dass die Mehrheit ihrer Schüler dadurch belastet ist. Auch Leistungsdruck und mangelnde Unterstützung im Elternhaus werden häufig genannt.
Zwei Drittel der Befragten setzen zumindest gelegentlich Maßnahmen zur Förderung der mentalen Gesundheit im Unterricht um, etwa Bewegungs- und Entspannungsübungen oder persönliche Gespräche. Gleichzeitig wird kritisiert, dass das Thema oft unsystematisch behandelt wird und weiterer Handlungsbedarf besteht.
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