Krisenkoordinator kalmiert: Keine Versorgungsprobleme bei Treibstoffen
Es gibt keinen Mangel bei Öl und Treibstoffen. Das ist die beruhigende Botschaft, mit der sich Österreichs oberster Krisenmanager, Ex-Militär Peter Vorhofer, am Dienstag an die Öffentlichkeit wendet.
Der Regierungsberater für Krisenvorsorge tritt damit Meldungen entgegen, Österreich könnten in Bälde Benzin, Diesel oder Kerosin ausgehen bzw. zumindest knapp werden.
Zu kolportierte Kerosin-Engpässen sagte Vorhofer, die Raffinerie in Schwechat stelle 95 Prozent des heimischen Bedarfs her. Und was sämtliche Treibstoffe angeht, verfüge Österreich über eine Notstandsreserve für drei Monate. "Die kann eingesetzt werden."
Auch bei Dünge-Mitteln, die in anderen Regionen der Welt in den nächsten Tagen und Wochen knapp werden könnten, sieht der Krisen-Spezialist vorerst keinen Grund zur Sorge. "Es gibt hier keine Schwierigkeiten, die Betriebe haben sich eingedeckt."
Seeblockade
Inwiefern sind der Krieg im Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormus dann Thema für Österreichs Wirtschaft bzw. Gesellschaft?
Vorhofer erwähnt, dass die Binnenschifffahrt aufgrund der höheren Rohöl-Preise vermehrt auf die Schiene und die Straße ausweichen muss.
Als "Herausforderungen" sieht er außerdem, dass sich die Transportrouten (für das Öl) verändern und verlängern. Und: Die Versorgung Österreichs durch Kasachstan, die über den Hafen Triest erfolge, müsse weiterhin sichergestellt bleiben.
Warum Österreich noch kein ernsthaftes Problem bzw. Thema mit der Treibstoff-Versorgung hat, erklärt Vorhofer am Beispiel des Jahres 2022 als Russland die Ukraine angriff. "Damals hatten wir eine Liefer-Unterbrechung von vier Monaten", sagt der Experte. Zusätzlich seien die Transporte großflächig umgeleitet worden. Im Vergleich zu der 2022er Krise sei die Schließung der Straße von Hormus derzeit kein massives Problem.
Vorhofer bot auch eine kurze Einordnung, was die neue Doppel-Blockade der Seestraße bedeutet.
Diese würde im Wesentlichen drei Effekte bringen: "Erstens werden Gewinne beschnitten, die der Iran durch den Verkauf von Öl erzielen könnte." Zweitens steige durch die Doppel-Blockade der Druck auf Nationen, die ihr Öl aus dem Iran beziehen. Und drittens könnte die längerfristige Blockade dazu führen, dass der Iran Bohrlöcher schließen bzw. abdrehen muss. Warum? "Die Lager-Kapazitäten im Iran sind begrenzt."
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