KURIER-OGM-Umfrage: Koalition verliert – Kickl gewinnt Kanzlerfrage

Babler, Stocker, Meinl-Reisinger
Die FPÖ mit Herbert Kickl ist weiter unangefochten an der Spitze. 33 Prozent der Österreicher plädieren zudem für Blau-Türkis im Bund.

"Die Zeit des Redens ist vorbei“, sagte ÖVP- und Regierungschef Christian Stocker diese Woche nach fünfwöchiger Absenz wegen einer Rückenoperation (Stenose). Die Zeit des Credos „Leben und leben lassen“ dürfte auch vorbei sein, denn dieses schadet ÖVP, SPÖ und Neos getrennt voneinander und gemeinsam nachhaltig.

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Diesen Schluss jedenfalls lässt die aktuelle OGM-Umfrage für den KURIER (1.014 Wahlberechtigte, Schwankungsbreite: +/– 3,1 %) in mehrfacher Hinsicht zu.

„Laut Umfrage hat die Dreierkoalition keine Mehrheit mehr und bräuchte die Grünen, um zu regieren“, sagt OGM-Chef und Meinungsforscher Wolfgang Bachmayer

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In Zahlen ausgedrückt und im Vergleich zur letzten OGM-Umfrage (Sept. 2025) würde die Kanzlerpartei ÖVP derzeit auf 20 % (23 %) der Stimmen kommen, die SPÖ auf 17 % (19 %) und die Neos auf 9 % (10 %). Unangefochten ist und bleibt die FPÖ, die auch ob der geringen Akzeptanz der Dreierkoalition – Zustimmung liegt bei 25 % (26 %) – hohen Zuspruch hat.

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Die Blauen liegen bei 36 % (33 %) – eine Koalition der FPÖ mit der ÖVP ist laut Umfrage derzeit am beliebtesten (33 %). Das gilt auch für Herbert Kickl selbst, der sowohl in der Kanzlerfrage (33 %) als auch in der Parteichef-Frage (77 %) die höchsten Werte erreicht. Gleichsam auf der anderen Seite des Spektrums ist SPÖ-Chef Andreas Babler.

Finanzminister Markus Marterbauer

Nur 16 % glauben, dass er fest im Sattel sitzt – 13 % würden bei einer Kanzler-Direktwahl für ihn stimmen. Stocker verliert in der Kanzler-Frage, steht bei 21 % (24 %), Außenministerin Beate Meinl-Reisinger bei 8 % (10 %). Leonore Gewessler kann indes leicht hinzugewinnen 10 % (9 %) – wie die Grünen als Partei selbst auch 12 % (11 %). Die KPÖ würde es mit 4 % derzeit nicht ins Parlament schaffen.

Nicht schaffen wird die Koalition die Budgetsanierung, befinden die meisten Befragten. 71 % glauben nicht, dass die Maastricht-Kriterien erreicht werden.

 „Selbst die Anhänger der Kanzlerpartei und der Finanzministerpartei SPÖ glauben mehrheitlich nicht daran, dass die Budgetsanierung gelingt“, sagt Bachmayer. 

Grund für das Gros der Befragten (66 %): die notwendigen Strukturreformen werden nicht angegangen. Dass die Regierung es schafft, glauben 20 % – und zwar, weil es zu Einsparungen (49 %), einem Konjunkturaufschwung (25 %) und neuen Steuern (23 %) kommen wird.

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