"Spezialpaket" für die FPÖ? Kickls Radiosender ist noch ohne Musiklizenz
Das vor kurzem gestartete FPÖ-Onlineradio "Austria First" dürfte noch keine Lizenz zur Musiknutzung besitzen. Das berichtet der Standard unter Berufung auf die Verwertungsgesellschaften LSG und AKM. Mit letzterer befindet sich die FPÖ aber in Verhandlungen. Im FPÖ-Parlamentsklub betonte man auf APA-Anfrage, dass man sich registriert habe und alles auf Schiene sei.
Eine AKM-Sprecherin sagte gegenüber dem "Standard", dass die AKM, die für Komponisten und Autoren von Musikstücken zuständig ist, gesetzlich verpflichtet sei, Lizenzen diskriminierungsfrei zu erteilen. Sobald der Vertrag finalisiert sei, bekomme "Austria First" auch rückwirkend eine Lizenz, das von der AKM vertretene Musikrepertoire zu nutzen. Vonseiten der FPÖ hieß es, dass man sich um ein "Spezialpaket" bemühe. Die LSG, die für Interpreten zuständig ist, erklärte, dass mit "Austria First" bisher kein Vertrag abgeschlossen wurde. Es handle sich laut Geschäftsführer Thomas Auböck somit gegenwärtig um ein mit Blick auf die Leistungsschutzrechte nicht lizenziertes Webradio.
Künstler-Boykott?
Manche Künstlerinnen und Künstler haben sich in der Vergangenheit dagegen ausgesprochen, dass ihre Songs im Rahmen von FPÖ-Veranstaltungen oder nun auf "Austria First" abgespielt werden. Die AKM erklärt, dass die Urheberinnen und Urheber selbst über die Wahrung ihrer geistigen Interessen entscheiden können. "Es steht somit jedem Urheber frei, eine Nutzung seiner Werke zu untersagen, wenn dadurch seine persönlichen Rechte verletzt werden", zitierte der "Standard" eine Sprecherin der Verwertungsgesellschaft.
Im Freiheitlichen Parlamentsklub sieht man einen allfälligen Boykott von "Austria First" durch Künstlerinnen und Künstler entspannt. Man würde das gelassen zur Kenntnis nehmen, hieß es.
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