Gürtelrose, Pneumokokken: Fehlende Impfstoffe werden nachbestellt

Impfzentrum Mainz
Im Herbst war es bei den Gratis-Impfungen zu Engpässen gekommen. Im Jänner kommt Nachschub. Neues Impf-Dashboard.

Nicht ganz ohne Startschwierigkeiten lief die von der Regierung beschlossene Ausweitung des Gratis-Impfprogramms. Wie berichtet, kam es zuletzt bei der neu hinzugekommenen Immunisierung gegen Gürtelrose und Pneumokokken zu Impfstoff-Engpässen. 

Nun werden jeweils 230.000 Dosen zur Bestellung freigegeben. Jene für Gürtelrose werden ab 13. Jänner ausgeliefert, jene für Pneumokokken folgen ab 21. Jänner, kündigt das Büro von Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) an. 

Bis Mitte Dezember unterzogen sich bereits 84.000 Personen einer Gratis-Gürtelrose- und 106.000 einer kostenlosen Pneumokokken-Impfung. Weiters wurden 1,04 Millionen Influenza-Impfdosen verabreicht. 

Neues Dashboard

Seit Montag ist das neue Impfdaten-Dashboard des Gesundheitsministeriums in Kooperation mit dem Dachverband der österreichischen Sozialversicherungen online. Unter www.impfdaten.at sind die Impfungen des öffentlichen Impfprogramms abgebildet – darunter erstmals auch die Impfungen gegen Gürtelrose (Herpes Zoster) und Pneumokokken. Die Daten werden wöchentlich aktualisiert und ermöglichen einen transparenten Überblick über die im e-Impfpass eingetragenen Impfungen sowie die Durchimpfungsraten in ganz Österreich.

Vorsichtig optimistisch gibt sich Naghme Kamaleyan-Schmied, Allgemeinmedizinerin und Vizepräsidentin der Wiener Ärztekammer: „Die Bestellseite funktioniert immerhin, bei der Pneumokokken-Impfung sind bereits 120.000 Dosen abrufbar“, sagt sie zum KURIER. 

Positiv vermerkt sie, dass jetzt die Bestellungen pro Arzt gedeckelt seien. „Damit werden Hamster-Bestellungen verhindert.“ Was noch fehle, sei Transparenz. So sei unklar, wie die Obergrenze bei den Bestellungen für die einzelnen Ärzte zustande komme. Kamaleyan-Schmied fordert, dass dafür die Größe der Ordination bzw. die Zahl der dort im Vorjahr verimpften Dosen herangezogen wird. „Die nötigen Zahlen liegen dem Ministerium mit dem E-Impfpass ja vor.“ 

Dass, wie die Zahlen aus dem Ministerium nahelegen, bei Pneumokokken und Gürtelrose zuletzt große Mengen an bestelltem Impfstoff nicht verimpft wurden, bestreitet die Ärztin. Oft sei es vielmehr so, dass die Impfung nicht gleich in den E-Impfpass eingetragen werde, etwa bei Hausbesuchen. 

Ausweitung

Wie berichtet, wurde das kostenlose Impfprogramm mit Jahresende auf Pneumokokken und Gürtelrose ausgeweitet. Und zwar für Menschen ab 60 und Risikogruppen. Vor allem bei Letzteren war nach erfolgter Werbekampagne im Herbst der Antrag so groß, dass nicht genug Impfstoff da war. „Mitunter konnten wir nicht mehr garantieren, dass die nötige Zweitimpfung zeitgerecht im Rahmen des Gratis-Impfprogramms zur Verfügung steht.“ 

Nun hofft die Ärztin, dass eine gewisse Struktur in das Programm kommt. Das würde sie sich auch bei den saisonalen Influenza-Impfungen wünschen. „Hier hatten wir in den vergangenen drei, vier Jahren tatsächlich ein Chaos.“ Optimal sei die Situation aktuell nicht: So sei der Grippe-Impfstoff für Kinder derzeit nicht verfügbar.

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