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Politik Inland
05/09/2021

Gewalt gegen Frauen: Drei Blickwinkel

Betroffene erzählen. Im Gespräch: Eine Frau, die Gewalt erlitten hat. Ein Mann, der gewalttätig war. Und eine Anwältin über Konflikte.

„Es muss immer erst etwas Schlimmes passieren, bis gehandelt wird“, sagte Maria Rösslhumer, Chefin des Vereins Autonome Frauenhäuser diese Woche. „Sehr Schlimmes“ ist heuer bereits elfmal passiert – elf Frauen wurden getötet.

Die türkis-grüne Regierung versprach, zu handeln, Frauen und Mädchen besser zu schützen. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) will zunächst das Waffengesetz ändern: So soll der Entzug von Waffendokumenten bei Betretungs- und Annäherungsverboten schärfer geregelt werden. Justizministerin Alma Zadić (Grüne) stellte am Samstag eine Erhöhung der Mittel für Opferschutz und in Aussicht.

Am Mittwoch ist im Bundeskanzleramt ein runder Tisch geplant. Die Videokonferenz, zu der 30 Organisationen eingeladen sind, ist nur für 90 Minuten anberaumt. Manche haben deshalb die Sorge, ihre Anliegen könnten wieder nicht gehört werden.

2021 wurden bereits elf Frauen von (Ex-)Partnern getötet:

17. Jänner, OÖ:
Ein 74-Jähriger soll seine 71-jährige  Frau erstochen haben

18. Jänner, Steiermark:
Ein 64-Jähriger soll seine 61-jährige Frau erschossen haben

3. Februar, Wien:
Ein 52-jähriger Syrer soll seine Frau nach einem Streit erstochen haben

21. Februar, Salzburg:
Ein 26-jähriger Serbe soll  seine 22-jährige rumänische Freundin mit dem Messer getötet haben

21. Februar, Wien:
Ein 29-Jähriger soll nach mehreren Wegweisungen seine 28-jährige Freundin erwürgt haben

5. März, Wien:
Ein 47-jähriger Ägypter soll seine 35-jährige Ex aus Eifersucht angezündet haben

21. April, NÖ:
Ein 65-Jähriger soll seine 64-jährige Partnerin mit einem Maurerfäustel erschlagen haben

29. April, Wien:
Der in den Medien als „Bierwirt“ bekannte Mann soll 35-jährige Freundin erschossen haben

5. Mai, Wien:
Ein 73-Jähriger soll seine schwer kranke 72-jährige Frau und dann sich selbst erschossen haben

6. Mai, Salzburg:
Ein mutmaßlicher Stalker (51) soll seine 50-jährige Ex und deren 76-jährige Mutter erschossen haben

Ringen ums Geld

Die Opferschutz-Organisationen kritisierten zuletzt, sie seien chronisch unterfinanziert. Bei der Wiener Interventionsstelle kommen 300 Klientinnen auf eine Beraterin. Auch für Vereine für Täterarbeit sei die Finanzierung jedes Jahr aufs Neue ein Kampf, sagt Alexander Haydn von der Männerberatung Wien. „Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, wird aber von der Politik wie eine heiße Kartoffel hin- und hergeschupft.“ Er fordert eine langfristig gesicherte Basisfinanzierung sowie eine zentrale Stelle, die Projekte und Förderungen koordiniert.

Geld alleine reiche aber nicht. Der Schlüssel – und das sieht auch Frauenhaus-Chefin Rösslhumer so – sei eine Vernetzung aller Organisationen, sowohl von Behörden- als auch von Opfer- und von Täterseite.

Eine umfassende Betrachtung versucht auch der KURIER und hat mit drei verschiedenen Akteuren gesprochen: Mit einer Frau, die jahrelang von ihrem Partner misshandelt wurde. Mit einem Mann, der seine Frau misshandelt hat. Und mit einer Anwältin, die schildert, wo das Konfliktpotenzial steckt.

Hier geht's zu den drei Geschichten:

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