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Politik Inland
12/04/2019

"Gerechte Strafe Gottes": Andrä Rupprechter wollte ironisch sein

Ex-Landwirtschaftsminister Rupprechter löscht Tweet über Kärntner Bischof und erklärt sich.

von Johanna Hager

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter lässt nach der Ernennung des neuen Kärntner Bischofs am Dienstag via Twitter wissen: "Die gerechte Strafe Gottes für die Kärntner: ein Slowene als Bischof."

Nach einem klatschenden Emoji schreibt der gebürtige Tiroler Rupprechter weiter: "Gottes Wege sind tief und unergründlich. Amen" und schließt mit einem betenden Hände-Emoji.

Damit spielt Rupprechter auf die Herkunft von Josef Marketz an. Der bisherige Direktor der Caritas Kärnten Marketz ist Kärntner Slowene, in St. Philippen ob Sonnegg/St. Lips in der Gemeinde Sittersdorf/Zitara vas (Bezirk Völkermarkt) geboren.

Mehrere Stunden und zahlreiche kritische Tweets später löscht Rupprechter den Tweet und ersetzt ihn gleichsam durch einen neuen. "Ich wünsche Bischof Marketz alles Gute und gratuliere ihm zu Ernennung. Dass mein vorheriger Tweed (Anmerkung: Tweed ist ein Stoff/Tweet eine Nachricht auf Twitter. Kurz später schreibt Rupprechter TWEET) ironisch gemeint war sollte man erkannt haben. Falls ich dadurch beleidigt habe entschuldige ich mich dafür. AR"

Ex-Ministerin Elisabeth Köstinger twitterte an Rupprechter adressiert: „Diese Aussage ist eine Beleidigung für uns Kärntner und unsere Volksgruppe.“ Noch deutlicher wurde ÖVP-Landesparteiobmann Martin Gruber in einer Aussendung: „Im Namen der Kärntner Volkspartei distanziere ich mich ausdrücklich von dieser unfassbaren Beleidigung von uns Kärntnerinnen und Kärntnern und insbesondere der slowenischen Volksgruppe.“ Unabhängig davon wie sich Rupprechter zu rechtfertigen versuche, „sind solche Aussagen schärfstens zu verurteilen. Seine Entschuldigung war das Mindeste, was sich die Kärntner und auch Josef Marketz erwarten durften.“


FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer kritisierte den Tweet als „unfassbare Entgleisung“: „Herr Rupprechter beleidigt mit dieser Aussage die gesamte Kärntner Bevölkerung. Er hat aus der Geschichte offenbar nichts gelernt und möchte wohl 99 Jahre nach der Kärntner Volksabstimmung neue Gräben aufreißen.“ Und Gerhard Köfer vom Team Kärnten meinte, die „letztklassige und rassistische Äußerung“ Rupprechters schreie „nach umgehenden Konsequenzen“.